Japan nimmt vierten Atomreaktor nach Fukushima-Katastrophe ans Netz

Fast fünf Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima ist in Japan ein vierter Nuklearreaktor wieder ans Netz gegangen. Wie der Betreiberkonzern Kansai Electric Power mitteilte, wurde im Atomkraftwerk Takahama rund 380 Kilometer westlich der Hauptstadt Tokio am Freitag der Reaktor Nummer vier wieder hochgefahren. In der Anlage war bereits im Januar trotz heftiger Proteste in der Bevölkerung ein erster Reaktor wieder hochgefahren worden.

Nach der Katastrophe von Fukushima im März 2011 waren alle Atomanlagen in Japan abgeschaltet worden. Seitdem gelten schärfere Sicherheitsauflagen. 2015 wurden im Südwesten Japans die ersten zwei Reaktoren wieder ans Netz genommen.

Die Inbetriebnahme des nun wieder hochgefahrenen Reaktors hatte sich verzögert, weil in Takahama vor einigen Tagen radioaktiv verunreinigtes Kühlwasser ausgelaufen war. Eine Untersuchung habe aber ergeben, dass nur ein Bolzen nicht richtig geschlossen worden sei, sagte ein Konzernsprecher. Die Arbeiten zum Wiederanfahren des Reaktors seien daher fortgesetzt worden.

Japan will bis zum Jahr 2030 bis zu 22 Prozent seiner Energie wieder aus Atomstrom beziehen. Dass die konservative Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe trotz Protesten der Bevölkerung zur Nuklearenergie zurückkehrt, hat in erster Linie wirtschaftliche Gründe: Japan kämpft vor allem wegen der hohen Kosten für fossile Brennstoffe mit Handelsdefiziten.

In Fukushima war infolge eines schweren Erdbebens und eines Tsunamis am 11. März 2011 das Kühlsystem ausgefallen, woraufhin es in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze kam. Drei der sechs Reaktoren wurden bei der Katastrophe zerstört und das umliegende Gebiet radioaktiv verseucht. Die Aufräumarbeiten sollen noch vier Jahrzehnte dauern. Zehntausende Menschen mussten damals die verstrahlte Gegend in und um Fukushima verlassen.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.