Türkische Behörden stoppen Ausstrahlung von kritischem TV-Sender

Die türkischen Behörden haben die Ausstrahlung des regierungskritischen Fernsehsenders IMC TV gestoppt. Eine offizielle Begründung für das Vorgehen gibt es bislang nicht. Der Stopp unterbrach die Ausstrahlung eines Interviews mit dem Chefredakteur und dem Hauptstadt-Büroleiter der regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet» zum Thema Pressefreiheit.

«IMC kann nur noch über das Internet gesehen werden, nicht mehr im Fernsehen», sagte Programmdirektor Eyüp Burc der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Der Sender berichtete, der Satelliten- und Kabelanbieter Türksat habe IMC auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Ankara aus dem Programm genommen. Türksat habe keine offizielle Begründung geliefert.

Die Ausstrahlung wurde ausgerechnet beendet, als der Sender am Freitag den Chefredakteur und den Hauptstadt-Büroleiter der regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet» zum Thema Pressefreiheit interviewte. Can Dündar und Erdem Gül waren in der Nacht zum Freitag nach einem Beschluss des Verfassungsgerichts aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Sie werden unter anderem beschuldigt, Staatsgeheimnisse verbreitet zu haben.

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