Facebook zensiert DTN wegen eines Türkei-Berichts

Das US-Netzwerk Facebook hat die Administratoren der DTN gesperrt, weil wir einen Artikel veröffentlicht haben, der Facebook nicht gefallen hat. Es ist unklar, ob Facebook Anweisungen von der US-Regierung hat, die Berichterstattung über die Türkei in Deutschland zu zensurieren.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. (Foto: Flickr/by Andrew Feinberg CC BY 2.0)

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. (Foto: Flickr/by Andrew Feinberg CC BY 2.0)

Die erste Meldung von Facebook.

Die erste Meldung von Facebook.

So reagierte Facebook auf einen Bericht über die PKK.

So reagierte Facebook auf einen Bericht über die PKK.

Kurz darauf erfolgte die Sperrung.

Kurz darauf erfolgte die Sperrung.

Um diesen DTN-Beitrag geht es.

Um diesen DTN-Beitrag geht es.

Facebook zensiert offenkundig entgegen allen öffentlichen Bekundungen journalistische Inhalte: Die Deutsch-Türkischen Nachrichten hatten am Freitagnachmittag einen Artikel mit dem Titel „Abdullah Öcalan: Neapel erklärt PKK-Chef zum Ehrenbürger“ veröffentlicht. In dem Text werden die renommierte italienische Zeitung La Repubblica und das zur türkischen Zaman-Gruppe gehörende Deutsch-Türkische Journal zitiert.

Am Freitagabend haben alle Administratoren der DTN eine Mitteilung von Facebook bekommen:

„Wir haben einen von deiner Seite geposteten Inhalt entfernt, weil er nicht den Facebook-Gemeinschaftsstandards entspricht.“

Die zweite Meldung von Facebook:

„Bitte überprüfe deinen Seiteninhalt.

Wenn du weiterhin Beiträge postest oder einer der anderen Administratoren der Seite, die gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstoßen, Deutsch Türkische Nachrichten wird die Veröffentlichung der Seite rückgängig gemacht. Überprüfe bitte dein Konto und entferne alles, was gegen unsere Richtlinien verstößt.“

Die dritte Meldung bestand in der Mitteilung, dass alle Administratoren für 24 Stunden gesperrt sind.

Die Redaktion der DTN hat bei Facebook gegen den Eingriff in die Pressefreiheit protestiert. Eine Antwort ist nicht eingegangen.

Offenbar hat Facebook Anweisungen, dass Artikel mit dem Worten Öcalan oder PKK gelöscht werden müssen – gleichgültig, was in einem Artikel steht. Eine ähnliche Peinlichkeit war Facebook bereits einmal unterlaufen: So wurde in Deutschland eine Website gesperrt, die Hass-Postings dokumentierte – um die Abscheulichkeit dieser Wortmeldungen ans Licht zu holen. Facebook hielt die Seite für einen Nazi-Seite und sperrte sie.

Es ist nicht klar, ob Facebook bei seiner Löschung Vorgaben von der US-Regierung zu befolgen hat. Die türkische Regierung von Präsident Erdogan führt einen erbitterten Krieg gegen die PKK. Im Zuge des Syrien Krieges sind sowohl die Türkei als auch die USA militärisch involviert, wodurch sich eine schwer zu durchschauende Interessenslage ergibt.

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