Türkei schließt Medien von regierungskritischem Konzern

Die türkische Staatsanwaltschaft hat die Schließung aller Medien eines kritischen Konzerns angeordnet. Sowohl Fernsehsender als auch Radiosender und Zeitungen der Ipek Media Gruppe seien geschlossen worden. Dazu zählen unter anderem der Sender Bugün TV und die Zeitung «Milliyet».

Die regierungskritische Ipek Mediengruppe war Ende Oktober vergangenen Jahres von staatlichen Treuhändern übernommen und zunächst auf Regierungskurs gebracht worden, berichtete die Zeitung «Radikal». Dem Mutterkonzern mit Sitz in Ankara wird Geldwäsche und Unterstützung der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen vorgeworfen, die in der Türkei inzwischen als Terrororganisation gilt.

Die Koza-Ipek-Holding steht der Gülen-Bewegung nahe. Gülen war einst ein enger Verbündeter des heutigen Staatspräsidenten Erdogan. Noch während der Gezi-Proteste im Sommer 2013 lagen die Gülen-nahen Medien mit der Regierung weitgehend auf einer Linie. Inzwischen ist Gülen Erdogans Erzfeind. Erdogan wirft dem im US-Exil lebenden Prediger vor, Polizei und Justiz unterwandert zu haben und die Macht an sich reißen zu wollen.

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