Bundestagsvizepräsident warnt vor lockeren Visa-Regeln für Türkei

Der Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Johannes Singhammer (CSU), hat angesichts möglicher Vereinfachungen bei der Visumsvergabe für türkische Staatsbürger bei Reisen nach Europa "erhebliche Bedenken". Eine Abschaffung der Visumspflicht öffne ein "Einfallstor" für weiteren "nicht kalkulierbaren Zuzug" nach Deutschland.

Der Konflikt mit der kurdischen Minderheit in der Türkei allein habe „erhebliches Potenzial“, zusätzliche Fluchtbewegungen zu verursachen, sagte Singhammer der „Passauer Neuen Presse“ (Dienstagsausgabe). Unter der aktuellen Regelung seien 2015 schon gut 210.000 Schengen-Visa durch deutsche Visastellen in der Türkei erteilt worden, knapp 12.000 wurden abgelehnt. Bei der bisherigen Visumsvergabe habe es besonders von türkischen Geschäftsleuten keine größeren Klagen gegeben, betonte der CSU-Politiker.

Der Aktionsplan zur Flüchtlingskrise zwischen der EU und der Türkei sieht eine Lockerung der Einreisebestimmungen für Türken nach Europa vor. Laut Außenministerium würde die Aufhebung der Visums-Pflicht jedoch lediglich für Kurzaufenthalte im Schengenraum gelten.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.