Handys sollen zukünftig gefälschte Medikamente erkennen

Ein US-Unternehmen verspricht, jedes Handy zum Detektiv in Sachen gefälschter Medikamente zu machen. Ein mobiles Spektrometer hilft dabei. Dabei werden die Infrarotstrahlen und das Licht aus dem sichtbaren Wellenlängenbereich gemessen.

Auf dem Handy sieht der Nutzer, ob das Spektrum der untersuchten Tablette dem des Originalpräparats entspricht. (Foto: Stratio)

Auf dem Handy sieht der Nutzer, ob das Spektrum der untersuchten Tablette dem des Originalpräparats entspricht. (Foto: Stratio)

LinkSqare heißt ein neues Gerät, mit dem ein kalifornisches Unternehmen Handys als Spürhunde für gefälschte Medikamente nutzen will. Damit soll zukünftig theoretisch jeder sehen, ob es sich um gefälschte Medikamente handelt oder nicht. Das einzige, was man zu LinkSquare noch benötigt, ist ein Smartphone. Bei LinkSquare handelt es sich um ein Spektrometer, das mit dem Smartphone die optischen Eigenschaften von Tabletten überprüfen kann.

Dabei wird die Tablette auf ein Sichtfenster am Spektrometer-Gerät gelegt. Dieses misst dann die Reflektion der Infrarotstrahlen und des Lichts aus dem sichtbaren Wellenlängenbereich. Angeschlossen an das Smartphone kann der Nutzer mittels einer entsprechenden App erkennen, ob das Profil der untersuchten Tablette, das Spektrum, zum Originalpräparat passt. Hierzu werden dem Nutzer zwei entsprechende Grafiken angezeigt.

Das Gerät selbst ist kaum größer als ein externer Smartphone-Akku. Mit einem USB-Kabel wird LinkSquare an das Mobiltelefon angeschlossen.

Noch in diesem Jahr soll das gerät für 199 Dollar auf den Markt kommen.  Eine Crowdfunding-Kampagne soll zusätzliche Mittel zu den in Aussicht gestellten Mitteln der amerikanischen National Science Foundation generieren.

Es gilt jedoch, bis dahin einige Schwachstellen des Gerätes noch zu beseitigen. So muss das Unternehmen Stratio erst einmal eine ausreichend große Datenbank an Originalpräparaten anlegen, damit die Messungen zukünftig tatsächlich abgeglichen werden können. Außerdem sollen die Analysen noch verfeinert werden. Zudem bereiten Filmtabletten echte Schwierigkeiten. Denn diese müssten bisher erst aufgemacht werden, damit das Spektrometer nicht nur den Überzug der Tablette analysiert.

Wie lukrativ der Markt für gefälschte Medikamente ist, zeigt auch eine neue EU-Verordnung. Um die Verbreitung gefälschter Medikamente einzudämmen, sollen die Pharmaunternehmen bis 2019 neue Sicherheitsmerkmale auf ihren Verpackungen anbringen. Neben einer Seriennummer als Erkennungsmerkmal soll auch eine Vorrichtung gegen Manipulation auf der Verpackung angebracht sein. Wie diese genau aussehen soll, gab die EU-Kommission jedoch nicht an.

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