Fener-Pressesprecher fordert Umdenken

Fenerbahce-Pressesprecher Mahmut Uslu blickt über den Tellerrand hinaus und findet ehrliche Worte, was die Beziehungen zwischen den Istanbuler-Rivalen angeht. Unterstützung gibt es zudem für die türkischen Schiedsrichter.

Bei einem TV-Auftritt auf dem vereinseigenen Sender FB TV hat Fenerbahce-Generalsekretär und Pressesprecher Mahmut Uslu die momentane Situation bei den Gelb-Marineblauen beurteilt. Stellung bezog Uslu unter anderem zum Titelkampf in der Süper Lig und den Erfolgen der Herren-Basketballmannschaft. Zudem gab Uslu einen Ausblick auf die kommenden Wochen und Monate. GazeteFutbol.de fasst zusammen! Mahmut Uslu über…

…über den Titelkampf in der Spor Toto Süper Lig:

„Generell lässt sich sagen, dass wir in insgesamt neun Sportarten um den Titel mitspielen. Wir gratulieren unserer Fußball-Mannschaft für den Sieg gegen Besiktas, müssen uns schon aber auf das nächste Spiel konzentrieren. Im Moment sind wir mit einem Spiel mehr Tabellenführer. Das wird hoffentlich so weitergehen. Unsere Fans sind sicherlich stolz, dass wir in sämtlichen Bereichen erfolgreich sind.“

…über den Stellenwert von Basketball in der Türkei:

„Dank Fenerbahce hat der Basketball in unserem Land enorm an Profil gewonnen. Leider war es so, dass in den letzten 30-40 Jahren der Fußball in den Vordergrund gerückt ist. Doch wir haben es geschafft, den Fokus auch auf Basketball zu legen. In unserer Halle finden 12.000 Menschen Platz, 7.000 davon sind Dauerkartenbesitzer. Ich bin mir sicher, dass wir diesen Trend in den nächsten Jahren fortsetzen können.“

…über die finanziellen Schwierigkeiten bei den anderen Fenerbahce-Mannschaften:

Aziz Yildirim ist der Hauptverantwortliche für die immense Entwicklung in unseren Teams. Früher haben sich die Verantwortlichen von Besiktas, Fenerbahce und Galatasaray zusammengeschlossen und sich gegenseitig geholfen, jetzt schaut jeder für sich selbst, wie er sich über Wasser halten kann. Inzwischen sind wir alle an einen Punkt angelangt, an dem es für uns alle richtig eng wird. Wir zahlen im Jahr 100 Millionen TL an Steuern und erwarten, dass uns der Staat entgegenkommt. So können wir Stars wie Jan Vesely und Trainer Obradovic nicht lange halten. Auf der anderen Seite möchte man aber auch immer konkurrenzfähig bleiben. Die Ausgaben sind immens, wenigstens der Staat könnte den Vereinen entgegenkommen. Hier muss schnell eine Lösung gefunden werden, denn die Zeit drängt. Im schlimmsten Fall werden nicht die Budgets gekürzt, sondern die Branchen komplett dichtgemacht.“

…über die Schiedsrichterleistungen in der Türkei:

„Ich unterstelle keinem Schiedsrichter böswillige Absichten. Doch nicht nur im Fußball, auch in den anderen Branchen fehlt es an Nachwuchs und Qualität. Sie alle brauchen eine fundierte Ausbildung. Wenn man einem Schiedsrichter eine schlechte Spielleitung vorwirft, hat das nichts mit seinem Charakter zu tun. Das sind alles ehrliche Männer, es fehlt eben an Fähigkeiten und Qualität. Es müssen junge Schiedsrichter folgen, damit die bestehende Gruppe an Referees Druck verspürt. Viele Schiedsrichter pfeifen ein Spiel, haben jedoch zu viele Fragezeichen im Kopf. Das gilt für den Fußball- aber insbesondere auch für den Basketballbereich.

…über die Konkurrenzsituation zwischen den Istanbuler-Rivalen:

„In Zeiten von Özhan Canaydın, Süleyman Seba und Serdar Bilgili hat man sich gegenseitig unterstützt und ausgetauscht. Inzwischen ist jedoch alles verlorengegangen. Vor allem nach dem 3. Juni und dem Manipulationsverfahren ist vieles in die falsche Richtung gelaufen. Hier sind wir alle unserer Verantwortung nicht nachgekommen. Wir als Fenerbahce arbeiten jetzt seit 15 Jahren mit Aziz Yildirim zusammen. Immer haben wir um den ersten oder zweiten Platz gespielt. Und zwar nicht nur im Fußball, sondern auch im Basketball, Volleyball und vielen anderen Sportarten. Nichts und niemand hat uns über all die Jahre umgeworfen. Doch hinter all dem steckt viel Fleiß, Engagement, Arbeit und vor allem Geld. Das vergessen viele.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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