Türkische Polizei schreitet bei dpa-Interview mit Flüchtlingen ein

Die türkische Polizei hat ein Interview eines dpa-Reporters mit Flüchtlingen aus Syrien in der Küstenmetropole Izmir unter Einsatz von körperlicher Gewalt beendet. Der Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur, Shabtai Gold, sein Übersetzer und die drei interviewten Flüchtlinge wurden am Mittwoch festgehalten und zum Verhör auf eine Polizeiwache gebracht.

Erst nach mehr als drei Stunden wurden sie freigelassen. Als Grund für die Festnahme gab die Polizei an, ein Informant habe «verdächtige Aktivitäten» im Zusammenhang mit dem Interview angezeigt.

Gold sagte, das Interview anlässlich des EU-Türkei-Gipfels am kommenden Montag habe vor einem Laden auf offener Straße stattgefunden. Es sei zunächst von einem Mann in zivil unterbrochen worden. Dann seien Polizisten gekommen. Einer der Polizisten habe die Gruppe beschimpft, dem Übersetzer in den Bauch geschlagen und ihn (Gold) sowie einen der Syrer geschubst.

Der Polizist habe Golds Presseausweis – den das Presseamt des Ministerpräsidenten ausgestellt hat – als Fälschung bezeichnet. Er habe zudem Gold und den Übersetzer beschuldigt, für einen ausländischen Geheimdienst zu arbeiten.

Die Gruppe sei anschließend auf eine Wache gebracht worden, wo sich Polizisten für das Verhalten ihres Kollegen entschuldigt hätten, sagte Gold. Auf der Wache sei die Gruppe korrekt behandelt worden. Gold ist US-Staatsbürger und ist für den Englischen Dienst der dpa tätig, für den er seit Anfang 2014 von Istanbul aus arbeitet.

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