Berlin: Mutmaßlicher Terror-Anwerber des IS festgenommen

In Berlin ist am Mittwoch ein mutmaßlicher Anwerber der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) verhaftet worden. Der aus Mannheim stammende Arzt habe einen geistig eingeschränkten Mann für den IS rekrutiert und dessen Ausreise finanziert.

Der angeworbene 24-Jährige habe sich im Frühjahr 2015 selbst in die Luft gesprengt, teilten das für die Ermittlungen zuständige Landeskriminalamt Baden-Württemberg und die Staatsanwaltschaft Karlsruhe mit.

Dem 33-jährigen Arzt wird Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Die Festnahme in einer Berliner Wohnung erfolgte aufgrund eines von der Staatsanwaltschaft Karlsruhe erwirkten Haftbefehls durch Spezialkräfte der Polizei.

Parallel wurden drei weitere Wohnungen in Berlin und Mannheim untersucht. Dabei fanden die Ermittler den Angaben zufolge eine optische Zieleinrichtung für eine Schusswaffe sowie schriftliche Unterlagen, Mobiltelefone und elektronische Datenträger.

Bei dem Selbstmordanschlag am 18. Mai 2015 in der nordirakischen Stadt Baidschi starben den Angaben zufolge mindestens zwölf irakische Regierungssoldaten. Der Attentäter soll zuvor in Freiburg auf den deutschen Mediziner getroffen sein, als dieser dort noch wohnte. Der Beschuldigte habe den leicht zu beeinflussenden Mann mit Propagandavideos „salafistisch-dschihadistisch“ radikalisiert, teilte das LKA mit.

Zudem habe der Arzt „militärische Gebrauchsgegenstände beschafft“ und den Mann finanziell unterstützt. Auch das Einweg-Flugticket von Deutschland in das Krisengebiet habe der heute 33-Jährige bezahlt, teilte das LKA mit. Die Ermittler prüfen noch, ob der Mann den späteren Attentäter gezielt ausgesucht hatte, weil er psychisch labil war. Der Festgenommene soll dem Haftrichter des Amtsgerichts Karlsruhe vorgeführt werden.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.