EU startet erste Projekte aus Milliarden-Plan für Türkei

Vor Monaten schon hat die EU der Türkei Milliardenhilfen zugesagt, um den Flüchtlingszuzug nach Europa zu reduzieren. Rechtzeitig vor dem EU-Türkei-Gipfel am Montag fließen jetzt die ersten Gelder.

Die EU hat die ersten Mittel aus dem drei Milliarden Euro umfassenden Aktionsplan für Flüchtlinge in der Türkei für konkrete Projekte zugesagt. Dabei sollen 55 Millionen in die Schulbildung syrischer Kinder fließen, wie die Brüsseler EU-Kommission am Freitag mitteilte. Weitere 40 Millionen sind für humanitäre Hilfe vorgesehen, dieses Geld soll an das Welternährungsprogramm gehen.

Im Gegenzug für eine Eindämmung des Flüchtlingszugs in die Europäische Union hat die EU der Türkei drei Milliarden Euro binnen zwei Jahren zugesagt. Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, sagte dazu in Berlin, Bildungsprojekte für Flüchtlinge seien von zentraler Bedeutung. «Erziehung ist ein Schutzschild gegen Radikalisierung, Zwangsrekrutierungen und Zwangsheiraten.» Entsprechende Projekte würden in Zukunft massiv ausgebaut.

Die 40 Millionen Euro für das WFP sollen in ein System der elektronischen Gutscheine fließen, mit dem Flüchtlinge in lokalen Geschäften vor allem Lebensmittel einkaufen können. Dies sei ein Beitrag zu einem menschenwürdigen Leben und zur Integration der Flüchtlinge in die lokale Gesellschaft, sagte Stylianides.

In der Türkei leben etwa 2,5 Millionen Flüchtlinge aus Syrien. Durch ihre Unterstützung soll auch der Anreiz für eine gefährliche Weiterreise über die Ägäis nach Griechenland und in die EU vermindert werden. Am Montag beraten der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu und die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel über die weitere Umsetzung des Aktionsplans.

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