Umut Bulut – gescheitert bei Galatasaray

Umut Bulut ist im Moment das Sinnbild der Galatasaray-Misere in dieser Saison. War er noch zu Beginn seiner Zeit ein gefragter Mann, so gehört er heute wohl zu den ersten Spielern, welche den Verein zur nächsten Saison wohl verlassen müssen. Doch wie konnte es überhaupt soweit kommen?

Bulut spielte eine sehr starke Hinrunde und erzielte elf Tore. (Foto: Flickr/ Umut Bulut by l3o_ Public Domain Mark 1.0)

Bulut spielte eine sehr starke Hinrunde und erzielte elf Tore. (Foto: Flickr/ Umut Bulut by l3o_ Public Domain Mark 1.0)

Trainer Fatih Terim hatte zu Beginn der Saison 2012/2013 mit Johan Elmander, Burak Yilmaz und Milan Baros drei sehr fähige Stürmer in seinen Reihen. Elmander jedoch war wegen einem Mittelfußbruch immer noch verletzt und sollte lange ausfallen. Also fing Terim an zu suchen und fand den in Frankreich unglücklichen Umut Bulut. Genau wie Elmander, war auch Bulut ein sehr laufstarker Stürmer und beide verstanden es perfekt, das Spielsystem von Fatih Terim umzusetzen. Die Devise von Terim lautete: „Angriff ist die beste Verteidigung und diese beginnt ganz vorne im Sturm“. Daher war Bulut unter Terim ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft.

Einstand nach Maß gegen Fenerbahce

Als das erste Pflichtspiel im türkischen Super-Cup gegen Fenerbahce anstand, wusste noch niemand, dass es der Tag von Umut Bulut werden sollte. Bulut schoss zwei Tore und hatte einen maßgeblichen Anteil am 3:2-Sieg gegen Fenerbahce. In der Liga lief es ebenfalls gut für den damals 30-jährigen Stürmer. In seinen ersten 10 Ligaspielen schoss Bulut acht Tore und wurde auch von den Fans zurecht gefeiert.

Alex Ferguson scoutet Bulut und nennt ihn Bullet 

Als Sir Alex Ferguson auf der Pressekonferenz für das Champions League-Spiel gegen Galatasaray die Fragen der Reporter beantwortete, wunderten sich viele über eine Aussage der Trainerlegende. „Ich nenne ihn Bullet, weil er wie eine Kugel ist. Explosiv, ein sehr harter und guter Spieler.“

Drogba befördert Bulut auf die Bank

Bulut spielte eine sehr starke Hinrunde und erzielte elf Tore, jedoch landete Galatasaray mit der Verpflichtung von Didier Drogba einen regelrechten Sensationstransfer. Es dauerte etwa zwei bis drei Wochen, bis das Sturmduo Burak Yilmaz – Didier Drogba die Stammkräfte von Fatih Terim wurden. Bulut wurde trotz starker Hinrunde nur noch sporadisch eingesetzt und kam in der Rückrunde auf nur einen Treffer.

Es geht abwärts – Bulut kommt nicht mehr auf die Beine

Die Saison 2013/2014 verlief für Bulut mehr als nur schlecht. Erst am 20. Spieltag konnte er seinen ersten Saisontreffer erzielen. Das Duo um Burak Yilmaz und Didier Drogba war dem 32-Jährigen zu weit voraus. Auch wenn Bulut in der Saison 2014/2015 nochmals einige Ausrufezeichen setzte und elf Tore in 33 Spielen schoss, fiel er in den Galatasaray-Partien immer öfter ab und wirkte zum Teil sogar als Fremdkörper im Team.

Im Moment spielt Umut Bulut die schlechteste Saison seiner Karriere. In 19 Ligaspielen traf er bisher magere drei Mal das gegnerische Tor. Es ist fast schon so, als ob dem türkischen Nationalstürmer das Pech an den Füßen klebt. Der Höhepunkt der Misere war zweifellos die Partie im türkischen Pokal gegen Karsiyaka. Nach einem Zuspiel von Yasin Öztekin stand Bulut vor dem leeren Tor und schob das Leder am Tor vorbei ins aus. Trotz seinem Einsatzwillen und seiner unermüdlichen Laufbereitschaft ist der Angreifer im Moment „der Staatsfeind Nr.1″ unter den Galatasaray-Anhängern.

Wie geht es weiter mit dem türkischen Stürmer?

Nach einer mehr als passablen Hinrunde in der Saison 2012/2013 musste Bulut trotz allem den Weg für Weltstar Didier Drogba frei machen. Dies war wohl der Knackpunkt in seiner Karriere. Denn für einen Stürmer ist es nahezu tödlich, in bester Verfassung auf die Bank beordert zu werden. Das Vertrauen und der Glauben an sich selbst haben seitdem immer mehr gelitten. Es ist nicht zu erwarten, dass Bulut auch die nächste Saison das „Löwen“-Trikot überziehen wird. Fest steht, dass es bis dahin besonders in der heimischen Türk Telekom-Arena zu unangenehmen Spießrutenläufen kommen wird. Nahezu jeder Ballkontakt des 32-Jährigen wird vom eigenen Anhang inzwischen gnadenlos ausgepfiffen. Aussicht auf Besserung ist momentan nicht in Sicht, denn von Spiel zu Spiel merkt man es dem Angreifer an, wie unwohl er sich mittlerweile auf dem Platz fühlt.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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