Anschlag in Ankara: Zahl der Toten steigt auf 37

Die Zahl der Toten nach dem schweren Bombenanschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara ist auf 37 gestiegen. Dies teilte Gesundheitsminister Mehmet Muezzinoglu am Montag mit. 71 Menschen würden weiterhin in Krankenhäusern behandelt. Bei 15 Verletzten sei der Zustand ernst.

Gesundheitsminister Mehmet Muezzinoglu tritt am Montag vor die Presse. (Screenshot YouTube)

Gesundheitsminister Mehmet Muezzinoglu tritt am Montag vor die Presse. (Screenshot YouTube)

Das Attentat ereignete sich am Sonntagabend unweit jener Stelle, wo bereits im Februar 29 Menschen durch eine Autobombe starben. Auch diesmal soll ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug gezündet worden sein.

Zu dem Anschlag hat sich weiterhin niemand bekannt. Die regierungsnahe Zeitung «Sabah» berichtete, vermutet werde, dass sich eine Selbstmordattentäterin der PKK in die Luft gesprengt habe. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte, es gebe «konkrete Informationen über die Terrororganisation, die diesen feigen Angriff ausgeführt hat». Nach Abschluss der Ermittlungen werde ein Ergebnis mitgeteilt.

«Sabah» schrieb, die Attentäterin habe sich zwischen zwei voll besetzten Linienbussen in einem weißen BMW in die Luft gesprengt, der mit TNT beladen gewesen sei. Erst vor knapp einem Monat hatte in Ankara ein Selbstmordattentäter ebenfalls eine Autobombe gezündet und 29 Menschen mit in den Tod gerissen. Zu dieser Tat bekannte sich die aus der PKK hervorgegangene Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK). Die TAK hatte damals zugleich weitere Anschläge angekündigt.

Die US-Botschaft hatte erst am Freitag vor einem drohenden Anschlag in einem Viertel in der Nähe des Anschlagsorts gewarnt und dazu aufgerufen, die Gegend zu meiden.

Die türkische Regierung verhängte am Sonntagabend eine Nachrichtensperre über den Anschlag, die aber nicht offizielle Verlautbarungen betrifft. Türkische Medien berichteten, ein Gericht in Ankara habe eine Sperre für soziale Medien verfügt, nachdem dort Fotos zu dem Anschlag geteilt worden seien. Internetnutzer berichteten von Problemen, Twitter und Facebook aufzurufen.

Die türkische Luftwaffe hat unterdessen Angriffe auf Stellungen der PKK im Nordirak geflogen. In der Nacht zu Montag seien 18 Stellungen der PKK in den Regionen Gara und Kandil bombardiert worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Streitkräfte. Elf Kampfjets seien an dem Einsatz beteiligt gewesen.

Im nordirakischen Kandil hat die PKK ihr Hauptquartier. Die PKK-nahe Agentur Firat berichtete, bei den zwei Stunden andauernden Luftangriffen sei niemand getötet worden.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.