Lokalderby in Istanbul verlegt: Das war der Grund

Wegen Terrorverdacht wurde gestern das Derby zwischen Galatasaray und Fenerbahce kurzfristig abgesagt. Welche Meldung an den Geheimdienst war der Wegbereiter für diese Entscheidung? GazeteFutbol.de klärt auf.

Nach dem Anschlag in Ankara mit zahlreichen Toten aus der zivilen Bevölkerung ereignete sich am Wochenende im Zentrum Istanbuls, nur ein paar Meter vom Taksim-Platz entfernt, ein nächster Bombenangriff. In den letzten Wochen entwickelt sich die Türkei immer mehr zu einer blutrünstigen Terror-Hochburg. Nun wurde auch das Stadtderby zwischen den Erzrivalen Galatasaray und Fenerbahce nur wenige Stunden vor dem Anstoß in der Türk Telekom-Arena gestern abgesagt.

Der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“ zufolge hat der türkische Geheimdienst aus engen Kreisen die Meldung bekommen, dass die Terrororganisation ISIS am Ende des Spiels einen ähnlichen Anschlag ausüben wollte wie vor einigen Monaten während dem Länderspiel zwischen Frankreich und Deutschland in Paris. Dabei beabsichtigte man im Stadion einige Sprengstoffanschläge zum Ende der Begegnung durch Terroristen, die das Stadion vorerst vermummt als Fans betreten und das Leben von tausenden Menschen nehmen sollten.

Versammlung der Stadt Istanbul über die Sicherheitsvorkehrungen

Nach dieser durchgesickerten Information beim türkischen Geheimdienst (MIT) ließ die Stadt Istanbul gemeinsam mit der Istanbuler Polizeibehörde und dem türkischen Verteidigungsministerium eine sofortige Versammlung über die Sicherheitsmaßnahmen für das Derby einberufen. Durch einen stundenlangen Informationsaustausch kam man schließlich zum Entschluss, dass die ISIS in Istanbul erst auf Attentate während des Frühlingsfestes „Nevruz“ fokussiert gewesen war, diese dann aber aufgab und das Derby als Zielscheibe vornahm. Nach diesem Meeting entschied man sich dann unter Einbeziehung des türkischen Fußballverbandes (TFF) auf die Verlegung des Spiels.

Plan vom selben Terrorist wie bei den Ankara-Anschlägen: Yusuf Durmaz

Laut internen Quellen der türkischen Regierung schickte die Terrorgruppe ISIS vor einigen Wochen drei potenzielle Selbstmordattentäter in die Türkei, um zeitgleich in verschiedenen Stellen des Landes Angriffe auszuüben. Dabei soll der Plan für den erfolglosen Derby-Anschlag und der Attentat von Ankara, wo 102 Menschen ums Leben kamen, von ISIS-Anhänger Yusuf Durmaz gemacht worden sein. Momentan befinde sich Durmaz mit seinen Missionsträgern Savas Durmaz und Ali Haci Durmaz weiterhin in Istanbul. Zuvor wurden nach einem Überfall der türkischen Polizei in die Wohnung von Durmaz in Gaziantep zahlreiche Entwürfe für 25 Anschläge in 19 Städten der Türkei gefunden, unter anderem auch für den G20-Gipfel in Antalya vor wenigen Monaten.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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