Volkan Demirel gibt die Hoffnung nicht auf

Vom Provokateur zum Musterprofi: Volkan Demirel ist unter Vitor Pereira zum lang ersehnten Führungsspieler herangereift und sorgt mittlerweile nur mit seinen guten Leistungen für Schlagzeilen. Reicht es für eine Nominierung unter Nationaltrainer Fatih Terim?

Vergeblich hat der 34-jährige Fenerbahce-Schlussmann auf eine Nominierung von Nationaltrainer Fatih Terim gewartet. Allem Anschein nach hat „der Imparator“ Volkan Demirel seine Eskapade nicht verziehen, als dieser im Länderspiel gegen Kasachstan im November 2014 von Teilen des türkischen Publikums beschimpft wurde und anschließend wutentbrannt seinen Einsatz für die Türkei verweigert hat.

Demirel hadert, zeigt sich aber kämpferisch

Knappe 1,5 Jahre später hat Demirel immer noch 62 Länderspiele auf dem Konto, mehr werden es in seiner aktiven Fußballerkarriere wohl nicht mehr werden. „Das Leben geht weiter. Meine Pflicht ist, an mir zu arbeiten. Das Trainerteam der Nationalmannschaft hat entschieden“, so Demirel geknickt, der sich im Laufe dieser Saison leistungstechnisch zum wohl besten türkischen Keeper der Liga aufgeschwungen hat. Seinen Kampfgeist hat der 34-Jährige aber nicht verloren, wie er erklärt: „Ich werde meinen Weg weitergehen und alles dafür tun, dass wir den Meistertitel holen. Falls ich doch nominiert werde, würde ich liebend gerne wieder für die Türkei auflaufen.“

Leistungsexplosion unter Vitor Pereira

Ob der Sinneswandel vom provokanten und zum Teil unsportlichen Fenerbahce-Keeper zum Musterprofi und Familienvater noch Früchte trägt, darf bezweifelt werden. Zu sehr hat sich Terim von Demirel zu jener Zeit im Stich gelassen gefühlt, als dass er dem 1,91-Meter-Hünen eine neue letzte Chance geben würde. Rein sportlich dürfte es an Demirel allerdings kein Vorbeikommen geben. Der Routinier hat mit 19 Partien ohne Gegentor in wettbewerbsübergreifend 33 Spielen eine hervorragende Bilanz anzubieten. Für ihn spricht auch, dass die Gelb-Marineblauen nach 26 Spieltagen die beste Defensive der Liga vorweisen können, mit Demirel als topfitten und zumeist souveränen Keeper im Kasten.

Vom Provokateur zum Musterprofi

Doch den größten Fortschritt hat der 34-Jährige zweifellos in seiner Art und Weise, Fußball zu spielen, gemacht. Provokante und unnötige unsportliche Gesten gegenüber den Rivalen auf dem Spielfeld sieht man nicht mehr, stattdessen versucht Demirel der Mannschaft als Kapitän den Weg zu weisen. Auch die Geburt seiner Tochter vor einigen Monaten wird eine große Rolle gespielt haben, dass Demirel auf dem Spielfeld zur Besinnung gekommen ist. Schließlich hat der Ex-Nationalspieler nicht nur für seine Elf eine Vorbildfunktion zu erfüllen. Fatih Terim ist von all dem (noch?) unbeeindruckt und vertraut schon seit längerem auf Stammkeeper Volkan Babacan und dessen Ersatzmänner Harun Tekin, Muammer Yildirim und Onur Kivrak. Die Chancen für Volkan Demirel stehen schlecht, denn über seinen eigenen Schatten gesprungen ist „der Imparator“ in den seltensten Fällen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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