Atombehörde warnt vor „atomaren Terrorismus“

Die Internationale Atombehörde warnt, dass Terroristen künftig auch atomare Materialien für Anschläge nutzen können. Bereits wenige Mengen Plutonium reichen aus, um eine „rudimentäre“ Atombombe zu bauen. Heutige Terroristen hätten sowohl Mittel als auch Informationen, um eine solche Bombe herzustellen.

Die Welt muss nach Ansicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) verstärkte Anstrengungen im Kampf gegen „atomaren Terrorismus“ unternehmen. Mit Blick auf die jüngsten Anschläge in Brüssel sagte IAEA-Chef Yukiya Amano der Nachrichtenagentur AFP, der Terrorismus weite sich aus. „Dass atomare Materialien genutzt werden, kann nicht ausgeschlossen werden.“

Amano äußerte sich vor dem Gipfeltreffen zur atomaren Sicherheit, zu dem US-Präsident Barack Obama für den 31. März und den 1. April nach Washington eingeladen hat. Die Mitgliedstaaten müssten ein „verstärktes Interesse“ an den Tag legen, die atomare Sicherheit auszubauen, forderte er.

Die belgische Polizei hatte im Dezember bei einer Razzia unter anderem zehn Stunden Video-Material über einen hochrangigen Mitarbeiter der belgischen Atomindustrie beschlagnahmt. Nach Informationen der Zeitung „La Dernière Heure“ wurden die Aufnahmen von den Brüsseler Attentätern Ibrahim und Khalid Bakraoui angefertigt.

Plutonium in einer Masse von der Größe einer Pampelmuse würde nach Amanos Worten ausreichen, eine „rudimentäre“ Atombombe anzufertigen. Diese Möglichkeit sei „nicht ausgeschlossen“, sagte Amano. Die Technologie sei „alt“ und heutige Terroristen hätten „die Mittel, die Kenntnisse und die Informationen“, eine solche Bombe zu bauen.

Insgesamt gibt es nach Einschätzung des Expertengremiums IPFM auf der Welt ausreichend viel Plutonium und angereichertes Uran um 20.000 Atombomben des Hiroshima-Typs zu bauen.

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