Campo Bahia: Das ist nicht nur Fußball, sondern Zukunft

Sie wurde am 16. Oktober 1995 in Hunedora, Transilvanien, neben dem Dracula-Schloss in den Karparten geboren. Doch mit ihren gerade einmal 20 Jahren hat sie schon weitaus mehr als ihre sagenumwobene Heimat erfahren dürfen. Vor nicht allzu langer Zeit zog es die Schauspielerin Andreea Boyer bis nach Brasilien - direkt ins Campo Bahia.

Interview mit Oliver Bierhoff. (Foto: Andreea Boyer)

Interview mit Oliver Bierhoff. (Foto: Andreea Boyer)

Im November 2013 flog Boyer zusammen mit Ulli Lommel und dem Nationalteam nach Brasilien. Im Campo Bahia, dem Camp der deutschen Fußball-Mannschaft, kam sie den Menschen, aber auch den Stars ganz nah.

Wie kamst du zum Film Campo Bahia?
Andreea B.:
„Mein Traum war schon immer, in der Filmbranche zu arbeiten. Da ich den Regisseur Ulli Lommel schon kannte, bekam ich eine einmalige Chance im Campo Bahia als Operator für Campo Bahia zu filmen. Als wir im Campo Bahia ankamen, war noch gar nichts, nur Strand, Meer und Platten am Boden. Wir haben den ganzen Bau von Anfang an miterlebt. Die Familie Hellmer waren wunderbare Personen und sie waren mit Herzen dabei. Auf diesen Wege möchte ich mich bei der Frau Hellmer besonders bedanken. Ich war auch für das Archiv und die Programmplanung und mit Herr Lommel für die Aufnahmen tätig.“

Wie lange habt ihr gedreht?
Andreea B.:
„Täglich von 7.00 Uhr früh bis 10.00 Uhr Abends, tausende von Stunden von November bis zwei Wochen vor der WM. Während der WM war es verboten zu filmen.“

Habt ihr Einblick gehabt zum DFB Team?
Andreea B.:
„Ende Dezember 2013 kamen Bundestrainer Joachim Löw und Oliver Bierhoff beim Camp an, um es  mit einigen Fußballspielern zu besichtigen. Da waren noch keine TV-Teams und keine Medien vor Ort. Oliver Bierhoff wollte auch kein Kontakt nach außen und lieber seine Ruhe haben. Campo Bahia war ein riesiges Grundstück, das komplett abgesperrt war. Dieses Camp wurde nur für das DFB-Team gebaut und jeder sorgt sich um sie, damit sie sich wohlfühlen. Alle wichtigen Persönlichkeiten wie Investoren, das DFB-Team und einige Spielen waren dort und aßen mit uns zusammen zum Dinner. Die Küche war ganz toll. Die Brasillianer holen es vom Meer und servieren frisch auf dem Tisch.“

Andreea Boyer bei der Aufnahme. (Foto: Andreea Boyer)

Andreea Boyer bei der Aufnahme. (Foto: Andreea Boyer)

Andrea schildert ihre Erlebnisse in Brasilien so: „Es war ganz toll, wir haben alles um Campo Bahia gefilmt. Ich bin von München nach Sao Paulo geflogen und anschließend nach Puerto Figuro, dieser kleinen Stadt in der Nähe von Campo Bahia. Zur Zeit sind sie dabei dort einen Flughafen zu bauen, damit dort der Flug direkt ankommt. Vorher war dort kaum ein Tourist vor Ort. Wir waren Fremde dort und hatten auch Personenschützer dabei. Wir haben diese unberührte Naturkraft des Ortes gesehen und geheime Völker kennen gelernt. Es war auch eigenartig dort, weil jeder seine Ruhe haben wollte. Auch diesen Spirit hat man in diesem Camp gespührt. Wenn man auf einer Fähre auf dem Fluss fährt, ist es so als ob die Zeit stehen bleibt. Es ist dort im Camp wie eine Erholung für die Seele.“

Wie haben die einheimischen Indianer darauf reagiert?
Andreea B.:

„Wir haben die Indianer begleitet in den Urwald, wo sie leben. Sie haben Lagerfeuer und diese Strohhütten, die sie aufgebaut haben, wo sie leben. Die Indianer sind sehr wichtig dort, denn sie besitzen die Rechte an den Grundstücken. Die Natur gehört ihnen und sie haben die Macht dort. Wir mussten ihre Vertauen gewinnen, wir mussten sie dazu bringen, uns aufzunehmen.

Wir mussten ihnen zeigen, dass wir nur mit den Kameras da sind, um aufzunehmen und auf keinen Fall ihre Ruhe zu stören und dass sie ihre Freiheit weiterhin behalten. Wir konnten uns verständigen und filmten sie dort mit den Kindern. Sie haben ihren Schmuck und alles, was sie brauchten, selbst hergestellt. Sie haben tolle künstlerische Handarbeit, schöne Traumfänger. Sie haben Skulpturen, Malereien, die Menschen dort sind anders als die Brasilianer. Man merkt es, als Joachim Löw und Oliver Bierhoff vor Ort waren, waren sie sehr begeistert. Die DFB-Mannschaft haben die Indianer im Camp persöhnlich kennen gelernt, wo die Einheimischen getrommelt und getanzt haben. Das war die Begrüßung für das Team.“

Andreea Boyer bei der Aufnahme. (Foto: Andreea Boyer)

Andreea Boyer bei der Aufnahme. (Foto: Andreea Boyer)

Was sagst du zu der Umweltverschmutzung dort in Brasilien?
Andreea B.:
„Als wir ankamen, haben wir alles gefilmt, denn es war verschmutzt und das wussten sie auch. Die Reichen haben versucht die Schuld auf die Touristen zu schieben und die Hotels zu beschuldigen. Zum Glück waren wir von Anfang an dabei und haben es gefilmt, so konnten wir das Gegenteil beweisen. Denn das stimmte natürlich überhaupt nicht. Um Campo Baiha gab es eine höhere Sauberkeit. Auch heute wird noch regelmäßig sauber gemacht. Die DFB hat auch Geld investiert Schulen dort zu bauen. Die Erwachsenen hatten kein Geld. Campo Bahia hat ihnen Arbeit gegeben, damit sie die Familien ernähren konnten. Die Frauen wurden eingestellt für die Sauberkeit. Prof. Dr. Christian Hellmer und Oliver Bierhoff haben viel dazu beigetragen, den Kindern eine gute Zukunft zu sichern, indem sie eine Campo Bahia Filmakademie bauten.

Die reichen Brasilianer wollten sich bereichern und waren korrupt. Sie haben sich um die Armen nicht geschert. Sie waren undankbar und haben sich nur für die  Einnahmen interresiert. Aber als wir mit dem DFB-Team dort waren, haben sie es auch verstanden. Die Regierung dort hat das Geld an die Bauleute geschickt, um Straßen zu bauen, die korrupten Beamten haben das Geld in die eigene Tasche gesteckt und danach sah die Straße aus wie ein Puzzle, mit mehreren Flecken. Das gleiche drohte dem Bau der Schulen, doch das DFB-Team machte Druck, damit sie gewissenhaft arbeiteten. Das hat auch geholfen. Oliver Bierhoff meinte; (Ohne Campo Bahia währen wir kein Weltmeister geworden).“

Was ist dein nächstes Projekt?
Andreea B.:
„Das Campo Bahia Projekt läuft heute noch. Ich möchte gerne meinem eigenen Talent nachgehen und nach Amerika auswandern. In London habe ich zwei Monate Shakespeare Speech und Drama studiert. In Paris als Schauspielerin in Acting Studium von berühmten Jack Garfein unterricht bekommen. Er hat auch Marilyn Monroe, James Dean und Elisabeth Taylor gecoached.

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