Nach dem Tod des Vaters: Jetzt erst recht

Vor zwei Wochen verlor Galatasaray-Stürmer Umut Bulut beim Terroranschlag in Ankara seinen Vater. Nach dem heutigen Training gab der Routinier zu, dass die letzten Monate ihn psychisch belastet haben. Jedoch appelliert er trotz dessen an seinem Kampfgeist.

Erst der sportliche Misserfolg während der ganzen Saison und dann der Tod des Vaters: Momentan gibt es vermutlich nicht viele Fußballer auf der Welt, die gerne in der Haut von Galatasarays-Umut Bulut stecken würden. Der erfahrene Stürmer geht angesichts der Tatsachen durch sehr schwere Zeiten, sowohl beruflich, als auch familiär. Jedoch stellt der 33-Jährige wie des Öfteren sein Verantwortungsbewusstsein unter Beweis und bestätigt beim Interview mit der Presse, dass er die EM-Teilnahme im Aufgebot der türkischen Nationalmannschaft unter Chefcoach Fatih Terim als festes Ziel ambitioniert hat, trotz der herrschenden Umstände in seiner Umgebung. „Irgendwie muss ich ja weitermachen. Das Leben geht weiter. Auch wenn der Tod von meinem Vater mich zutiefst berührt hat“, so Bulut. Die Fürsorge und Unterstützung der Politik, des türkischen Fußballverbandes (TFF), der Fans und seiner Fußballerkollegen weiß die Nummer Neun von Galatasaray ebenso in erhobenem Maße zu schätzen: „Die Leute waren in dieser schweren Phase an meiner Seite und haben mir Rückhalt gegeben. Am meisten gestärkt hat mich das Plakat unserer Fans bei der Begegnung im ULEB-Cup von Galatasaray Liv Hospital gegen den FC Bayern München.“

In den letzten neun Spielen fokussiert auf Wiedergutmachung bei den Fans

Noch sind neun Spiele in der Liga mit Galatasaray zu spielen. Die Mannschaft werde laut Bulut das Beste daraus machen und mit allen Mitteln versuchen den Erwartungen des Vereins gerecht zu werden. Interimstrainer Jan Olde Riekerink habe ihn persönlich seit seinem Amtsantritt positiv sehr überrascht und verfüge über eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit: „Riekerink ist nun seit einer Woche mit uns zusammen und ich muss es klar und deutlich zum Ausdruck bringen, dass er bereits einiges bewirkt hat. Es handelt sich um einen niederländischen Trainer mit der nötigen Erfahrung und einer beachtlichen Bildung. Hoffentlich wendet sich das Blatt anhand seiner Fertigkeiten und wir können in den letzten Spielen dieser Saison zufriedenstellende Ergebnisse erzielen.“

Teilnahme an der Europameisterschaft als großer Traum

Zum Ende des Interviews äußerte sich der erfahrene Angreifer auch über die Nationalmannschaft, indem er seine Arbeitskollegen für den 2:1-Sieg gestern gegen Schweden in Antalya (Gazetefutbol.de berichtete) beglückwünschte. „Unsere Nationalmannschaft muss langsam aber sicher an jedem wichtigen Turnier konstant teilnehmen. Mit einer Serie von zwölf Spielen ohne Niederlage in Folge haben wir hierfür den Meilenstein gesetzt. Ich ziele darauf ab, in Frankreich dabei zu sein. Vielleicht wäre es für mich die letzte große Meisterschaft in meiner Karriere auf internationaler Ebene. Mal schauen, ob es klappen wird“, so Umut über sein Bestreben noch einmal an einem großen Turnier teilzunehmen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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