USA wollen Ausweitung des IS in Nordafrika verhindern

Die USA sind offenbar in Sorge über die Ausbreitung der Terror-Miliz IS über Libyen hinaus. Die Amerikaner haben mit dem Bau eines elektronischen Grenzsicherungssytems begonnen, das das benachbarte Tunesien schützen soll.

Die USA planen die Errichtung eines elektronischen Systems zur Überwachung der Grenze Tunesiens zum benachbarten Krisenstaat Libyen. Washington werde in den Aufbau des Systems 24,9 Millionen Dollar investieren, teilte die US-Botschaft in Tunesiens Hauptstadt Tunis laut AFP mit. Aus Diplomatenkreisen hieß es zudem, zwei US-Unternehmen seien bereits mit der Umsetzung beauftragt worden.

Den Botschaftsangaben zufolge soll ein integriertes System aufgebaut werden, das sich sowohl auf Sensoren als auch auf allgemein gebräuchliche Sicherheitstechnik stützt. Zudem sollen demnach tunesische Sicherheitskräfte speziell für den Betrieb und die Nutzung des Systems ausgebildet werden. Wann die neuen Anlagen einsatzbereit sein sollen, blieb offen.

In Libyen herrschen seit dem vom Westen initiierten Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos und Gewalt. Das Land wird von dutzenden bewaffneten Milizen beherrscht, die neben zwei rivalisierenden Regierungen und Parlamenten um die Macht ringen. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat konnte sich dadurch im Land festsetzen.

Am 17. Dezember unterzeichneten Vertreter beider Regierungen in Marokko ein von den Vereinten Nationen vermitteltes Abkommen für einen Ausweg aus der Staatskrise. Der Vertrag sieht eine Einheitsregierung für eine Übergangszeit von bis zu zwei Jahren vor. Zudem sollen eine neue Verfassung verabschiedet und Parlamentswahlen organisiert werden.

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