Hunderttausende Tote durch arbeitsbedingte Krebserkrankungen

Krebs ist in der EU die häufigste Todesursache, die auf die Arbeit des Betroffenen zurückzuführen ist. Meist sind krebserregende Arbeitsstoffe bzw. –materialien die Ursache.

Jährliche arbeitsbedingte Todesfälle in der EU28 und in anderen Industrieländern. (Grafik: OGB)

Jährliche arbeitsbedingte Todesfälle in der EU28 und in anderen Industrieländern. (Grafik: OGB)

Jedes Jahr sterben in der EU mehr als 100.000 Menschen an arbeitsbedingten Krebserkrankungen. Diese Zahl übersteigt die Anzahl der tödlichen Arbeitsunfälle um das Zwanzigfache, wie eine Untersuchung des Europäischen Gewerkschaftsinstituts (ETUI) zeigt. In Deutschland sind es ca. 17.700 Fälle. Die Internationale Arbeitsorganisation schätzt die Zahl der weltweiten Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Krebserkrankungen auf 666.000. Krebs ist Todesursache Nummer 1, zumindest in den Hochlohnländern.

Hintergrund sind krebserregende Stoffe, denen die Mitarbeiter während ihrer Arbeit ausgesetzt sind. So sind beispielsweise von den über 100.000 arbeitsbedingten, tödlichen Krebserkrankungen in der EU 55 bis 85 Prozent auf Asbest zurückzuführen. Derzeit werden 179 Wirkstoffe von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als bekannte oder potenziell krebserregende Stoffe beim Menschen eingestuft. (Gruppe 1 und 2a). Weitere 285 Wirkstoffe gelten als potenziell krebserregende Stoffe der Gruppe 2b.

Die Weltgesundheitsorganisation rechnet damit, dass die Zahl der Neukrebserkrankungen bis 2035 um 70 Prozent zunehmen wird. Derzeit werden weltweit jedes Jahr 14 Millionen neue Krebserkrankungen diagnostiziert. „Arbeitsbedingte Krebserkrankungen sind eine Epidemie, über die niemand spricht. Jedes Jahr sterben Tausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die EU tut seit zwölf Jahren rein gar nichts dagegen“, sagt Esther Lynch, politische Sekretärin des Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB). „Die Gewerkschaften verlangen verpflichtende Obergrenzen für krebserregende Substanzen am Arbeitsplatz, um solche vorhersehbaren Todesfälle künftig zu verhindern. Jeder einzelne Fall von arbeitsbedingtem Krebs ist einer zu viel!“

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