Bayern schickt Grenz-Schützer an den Brenner

Horst Seehofer will Österreich Polizeibeamte zum Grenzschutz zu Italien zu Verfügung stellen. Nach dem Ende der Balkanroute rechne er damit, dass die Flüchtlinge nun über den Brennerpass nach Norden kämen. Er sei dankbar, dass Österreich gut darauf vorbereitet sei.

Bayern will Österreich beim Schutz der Grenze zu Italien nach Angaben von Ministerpräsident Horst Seehofer mit Personal unterstützen. Es sei zu erwarten, dass mehr Flüchtlinge über die Südroute und den Brennerpass nach Norden kämen, sagte Seehofer am Freitag in München. Österreich sei gut vorbereitet, dafür sei er dankbar, sagte der CSU-Chef. „Da dies stark im bayerischen Interesse liegt, haben wir der österreichischen Regierung angeboten, dass wir mit Personal helfen, insbesondere mit Polizeibeamten.“

Seehofer sagte erneut, dass es seiner Meinung nach keinen Anlass für eine von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere angedeutete mögliche Lockerung der Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze gebe. Es sei allein den Balkanländern zu verdanken, dass die Zahl neuankommender Flüchtlinge in Deutschland zurückgegangen sei. Niemand wisse, ob der Trend nachhaltig sei. „Das hätten wir alles früher haben können bei einem entsprechenden Handeln der deutschen Regierung“, kritisierte Seehofer die Weigerung der Bundesregierung, die deutsche Grenze stärker zu kontrollieren.

Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner sagte in einem ORF-Interview, dass es noch kein Datum für die Einführung von Grenzkontrollen am Brenner gebe. Der Brenner-Übergang zu Italien ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Magistralen für den Fracht- und Tourismusverkehr.

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