Elif und Muhammed: Gesellschaft für deutsche Sprache ermittelt erstmals beliebteste türkisch-arabische Vornamen

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat sich zum ersten Mal mit der Vergabe von türkisch-arabischen Vornamen in Deutschland befasst. Bei den Mädchen liegt Elif ganz vorne. Jungen werden am liebsten Muhammed genannt. Der GfdS zufolge könnten Namen diesen Ursprungs aufgrund der Flüchtlingswelle weiter zunehmen. Dass sie in Deutschland etablierte Namen verdrängen, wird aber nicht erwartet.

Elif liegt sowohl in der Türkei als auch in Deutschland auf Platz eins. (Foto: Flickr/ Baby by gabi menashe CC BY 2.0)

Elif liegt sowohl in der Türkei als auch in Deutschland auf Platz eins. (Foto: Flickr/ Baby by gabi menashe CC BY 2.0)

Ende März hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden ihr aktuelles Ranking der beliebtesten Vornamen des Jahres 2015 veröffentlicht. Bekannt gegeben wurden diesmal nicht nur die Top Ten sowie die am häufigsten gewählten Erst- und Zweitnamen. Erstmals ermittelten die Sprachexperten auch eine Aufstellung der beliebtesten türkisch- arabischen Vornamen.

„Da immer wieder gefragt wird, auf welchen Plätzen dieMigrantennamen stehen, haben wir die derzeit in der Türkei beliebtesten Namen den türkisch-arabischen Namen auf unserer Vornamenliste gegenübergestellt“, so die GfdS.

Am schönsten finden sowohl Eltern in der Türkei als auch in Deutschland offenbar den Mädchennamen Elif. Im Gesamtranking findet er sich auf Platz 64. Jungen werden in Deutschland am häufigsten Muhammed genannt. Insgesamt schafft es dieser Name auf Position 41. In der Türkei rangiert hingegen Yusuf ganz oben. Dieser kommt im Gesamtranking allerdings nur auf Platz 132. Auf Platz zwei kommen hierzulande Layla/Leyla und Ali. Spitzenreiter in der Gesamtliste sind übrigens die üblichen Verdächtigen Sophie und Maximilian.

Die Top-Ten im Direkt-Vergleich sehen wie folgt aus:

(Graphik: Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS))

(Graphik: Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS))

Durch die vielen Flüchtlinge werde die Zahl türkisch-arabischer Namen sicherlich zunehmen, berichtet hierzu das Deutsch Türkische Journal mit Verweis auf GfdS-Geschäftsführerin Andrea-Eva Ewels. Nicht zu erwarten sei aber, dass sie die bereits seit Jahren in Deutschland etablierten Namen verdrängen werden.

Seit 1977 veröffentlicht die GfdSdiese Übersicht, die sich auf die Daten der deutschen Standesämter stützt. Teilgenommen haben dieses Mal nach Angaben des GfdS wieder ca. 650 Standesämter bundesweit und übermittelten insgesamt rund 940.000 Einzelnamen. Damit, so heißt es, seien über 90 % aller im vergangenen Jahr vergebenen Vornamen erfasst. Knapp 60.000 verschiedene Namen seien gemeldet worden.

Da es in Deutschland keine amtliche Statistik der häufigsten Vornamen gibt, veröffentlicht das Statistische Bundesamt jährlich die Liste der GfdS in seinem Jahrbuch. „Wir nutzen auch Daten anderer nationaler und internationaler Institutionen. Dazu gehört auch die Tabelle mit den häufigsten Vornamen Neugeborener, die jährlich von der Gesellschaft für deutsche Sprache aktualisiert wird“, so eine Sprecherin des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden.

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