Elektrische Gabel soll ungesunde Salzzufuhr reduzieren

In vielen Industrieländern ist der Salzkonsum noch immer zu hoch. Eine japanische Wissenschaftlerin hat nun eine Gabel entwickelt, die den Salzgeschmack mit elektrischen Impulsen nachahmt. Mittels eines Reglers kann die Intensität des Salzgeschmacks eingestellt werden.

Die Gabel soll neben einem salzigen auch einen sauren Geschmack auslösen können. (Foto: Flickr/ Marcus Quigmire/CC by sa 2.0)

Die Gabel soll neben einem salzigen auch einen sauren Geschmack auslösen können. (Foto: Flickr/
Marcus Quigmire/CC by sa 2.0)

Trotzdem immer wieder vor einen zu hohen Konsum von Salz gewarnt wird, greifen weiterhin viele zum beliebten Gewürz. Geschmacksverstärker und die oft schon durch Unternehmen stark gesalzenen Fertigprodukte haben den Geschmack der Konsumenten in den vergangenen Jahren stark geprägt. Selbst in Produkten, in denen wir kein Salz erwarten, ist nicht selten Salz enthalten. Unsere Geschmacksnerven haben sich daran gewöhnt und fordern nicht selten mehr Salz, weil die Empfindlichkeit dafür nachgelassen hat.

Allerdings ist ein zu hoher Salzgehalt ein nicht zu unterschätzendes Gesundheitsrisiko. Um gefährdeten Menschen den Ausstieg aus dem Salzkonsum zu erleichtern, hat die japanische Wissenschaftlerin Hiromi Nakamura vom Rekimoto Lab der University of Tokyo an der Entwicklung einer besonderen Gabel geforscht. Diese arbeitet mit elektrischen Impulsen. Nimmt man die Gabel mit dem Essen in den Mund, wird die Zunge mit winzigen Elektroschocks stimuliert, was einen salzigen Geschmack im Gehirn auslöst.

Im Griff der Gabel befindet sich eine Batterie, die per Knopfdruck leichte Stromimpulse auslöst. So entsteht der Geschmack von Salz im Kopf, ohne dass die Nahrung gesalzen wurde. Mithilfe eines Reglers kann entsprechend auch die Intensität des Salzgeschmacks bestimmt werden. Der Prototyp ist für etwas mehr als 17 Dollar zu haben zuzüglich der Kosten einer Gabel. Die Gabel kann auch metallische und saure Geschmäcker erzeugen, so die Japan Today.

Grundlage der Gabel war ein Test, bei dem elektrische Impulse genutzt werden, um zu sehen, ob bestimmte Regionen der Zunge von Patienten noch aktiv oder abgestorben sind. Bis zu sechs Stunden, ohne geladen zu werden, kann die Gabel genutzt werden.

In Deutschland liegt einer aktuellen Studie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zufolge der tägliche Salzkonsum bei Frauen bei 8,4 Gramm und bei Männern im Schnitt bei 10 Gramm. „Das heißt: Über 75 Prozent der Männer und fast 70 Prozent der Frauen überschreiten die Empfehlung der DGE täglich.“ Eine hohe tägliche Salzzufuhr ist ein ernstzunehmender Risikofaktor für die Entstehung von Bluthochdruck und kardiovaskulären Erkrankungen.

Den Versuch, Menschen einen Geschmack vorzugaukeln, um sie von ungesunden Lebensmitteln fern zu halten, macht auch der Right Cup. Über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo lief im vergangenen Jahr eine Aktion zur Umsetzung der Idee. Dabei setzen die Entwickler auf den Zusammenhang zwischen Geruch und Geschmack. Demnach ist vor allem der Geruch zu 80 Prozent entscheidend für das Geschmackserlebnis. Das Team um Isaac Lavi nutzt die Aromen, die die großen Unternehmen auch für ihre Getränke einsetzen. Die Aromen wurden direkt in den Trinkbecher integriert statt in das Getränk an sich.

Damit ist der Becher aufgrund des Geruchs in der Lage, dem Trinkenden vorzugaukeln, er konsumiere etwa Zitronenlimonade statt Wasser. Sechs verschiedene Geschmacks- bzw. Geruchsrichtungen werden bereits angeboten: Beeren, Orange, Apfel, Zitrone, Pfirsich und Cola. Für Menschen, die nicht ausreichend Wasser trinken, könnte dies eine gute Alternative sein.

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