Christliche Kirchen in der Türkei fürchten Verstaatlichung

Die türkische Regierung hat im Rahmen des Städteneubaus sechs Kirchen im Südosten des Landes verstaatlicht. Kirchenvertreter protestieren und wollen vor Gericht ziehen. Ihre Chancen stehen schlecht: Die Regierung Erdogan hat bereits den Medien-Sektor weitgehend unter staatliche Kontrolle gestellt.

Der türkische Staat hat in der südosttürkischen Stadt Diyarbakir die Viertel Abdaldede, Alipaşa, Cemal Yılmaz, Camikebir, Cevatpaşa, Dabanoğlu, Hasırlı, İnönü, İskenderpaşa, Lalebey, Malikahmet, Özdemir, Süleymangazi, Savaş, Şemhane, Ziyagökalp und Yenişehir, um das Gebiet im Rahmen der städtischen Erneuerung neu zu bebauen und zu ordnen, berichtet die Hürriyet.

Die Gebiete sind aufgrund der seit zehn Monaten andauernden Kämpfe zwischen der PKK und den türkischen Sicherheitskräften komplett zerstört. Allerdings befinden sich auf dem Gebiet auch sechs armenische und chaldäische Kirchen, die verstaatliche wurden, berichtet World Watch Monitor. Der Erzbischof der armenisch-apostolischen Kirche, Aram Ateschian, will sich mit der Stadt- und Umweltministerin Fatmagül Demet Sarı treffen, damit der Staat die sechs Kirchen von der Verstaatlichung ausnimmt.

„Wir haben im Rahmen der städtischen Erneuerung eine schnelle Maßnahme zur Verstaatlichung der Gebiete vorgenommen. Das heißt aber nicht, dass alles auf diesem Gebiet verstaatlicht werden soll. Die Gebäude, die unter dem Denkmalschutz stehen, werden ohnehin nicht angetastet“, zitiert T24 die Ministerin. Doch der Anwalt der armenischen Kirchenstiftung Diyarbakir, Ali Elbeyoğlu, sagt, dass der Schutz der Kirchen nicht dem Gutdünken der Institutionen überlassen werden dürfe. Er will eine gerichtliche Entscheidung erwirken, um die Kirchen zu schützen.

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