Trabzonspor: Muharrem Usta kämpft an allen Fronten

Offenbar ist der Schuldenberg von Trabzonspor deutlich größer als erwartet. Darauf lässt sich aus Aussagen von Präsident Muharrem Usta schließen. Unterdessen sind Ersun Yanal und Stephane Mbia gegen den Verein juristisch vorgegangen. Trabzon braucht dringend frisches Geld.

Es ist kein leichtes Erbe, das Muharrem Usta da angetreten hat. Der Präsident von Trabzonspor muss einen riesigen Schuldenberg abbauen, offene Rechnungen bezahlen und gleichzeitig eine schlagkräftige Mannschaft samt neuem Trainer für die kommende Saison aufbauen. Immerhin hat man am Wochenende 6:0 gegen Caykur Rizespor gewonnen, zu den Matchwinnern zählten dabei junge Spieler wie der 19-jährige Yusuf Yazici. Zumindest auf die Jugendarbeit scheint am Schwarzen Meer Verlass zu sein.

Mehr Schulden als gedacht

Problematischer sind da schon die Altlasten des Klubs. Nun hat Usta in einem Interview angedeutet, dass es finanziell noch schlimmer aussehen könnte als gedacht. Vor dem Beginn seiner Amtszeit sei er davon ausgegangen, dass sich die Schulden des Vereins auf rund 430 Millionen Lira belaufen, also etwa 128,3 Millionen Euro. Nun sagte Usta: „Nach dem Beginn unserer Arbeit haben wir bemerkt, dass die Dinge dem nicht entsprechen. Wir haben deshalb eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft damit beauftrag, eine Analyse der Schulden vorzunehmen.“ Da Trabzonspor börsennotiert ist, wollte der Unternehmer nicht konkret werden. Fakt ist: Sollte der Verein unter Vorgänger Ibrahim Haciosmanoglu die Bilanzen frisiert haben, drohen Strafen. Gleichzeitig müsste man gegen den Ex-Präsidenten juristisch vorgehen.

Schulden an Vereine, Spielerberater und Fußballer

Usta nannte immerhin Beispiele, wie es vor ihm im Verein ausgesehen habe. So betrage die Höhe der nicht beglichenen Ablösesummen allein schon 55 Millionen Lira. An Spielerberater seien wiederum 35 Millionen Lira fällig. Zudem benötige man kurzfristig 230 Millionen Lira, um fällige Rechnungen zu begleichen. Unter Haciosmanoglu muss es abenteuerlich vorgegangen sein. So habe man einen Spieler für 6 Millionen Euro gekauft, weil man aber dringend Geld benötigt habe, habe man den Spieler für 4,5 Millionen Euro weiterverkauft. Allerdings wurde damit dann nicht die fällige Ablöse aus dem Kauf bezahlt. Das Geld wurde anderweitig ausgegeben.

 Vollstreckung droht

Die ersten Monate hat das neue Vorstandsteam jedenfalls damit verbracht, Vollstreckungsmaßnahmen gegen den Verein zu vermeiden. Und auch hier gibt es kein Ende. So hat Ex-Trainer Ersun Yanal über seine Anwälte ein Verfahren erwirkt, um noch ausstehende Gehaltszahlungen einzutreiben. Glücklicherweise konnte sich Trabzonspor kurzfristig noch mit Yanal außergerichtlich einigen, sonst wären die Gerichtsvollzieher angerückt. Offen ist laut türkischen Medienberichten allerdings auch noch Gehalt von Stephane Mbia. Der Kameruner war an den chinesischen Klub Hebei Fortune verkauft worden, offenbar wurden mit den Transfereinnahmen aber nicht offene Gehälter beglichen. Wie es in den türkischen Medien heißt, hat Mbia den Klub nun bei der FIFA angeschwärzt. Wenn Usta hier nicht schnell handelt, drohen Strafen und Punktabzüge.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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