Ditib: Übergriffe auf Moscheen in Deutschland deutlich gestiegen

Hakenkreuz-Schmierereien, Schreiben an Moscheegemeinden mit Hassparolen und Morddrohungen, Anschläge auf islamische Gotteshäuser. Der Dachverband Ditib beklagt eine Zunahme an Übergriffen.

Die Zahl der Übergriffe auf Moscheen in Deutschland ist nach einer Erhebung der türkisch-islamischen Union Ditib deutlich gestiegen. Wie der Dachverband am Mittwoch in Köln mitteilte, erfasste die Ditib-Akademie 2014 insgesamt 73 Angriffe – und 2015 sei mit 99 Übergriffen ein trauriger Rekord zu verzeichnen, so die dpa.

«Die Zunahme von Gewalttaten ist dabei besonders alarmierend.» Dazu gehörten körperliche Gewalt, Angriffe mit Schusswaffen und Brandanschläge. Übergriffe gab es überwiegend in Westdeutschland und dort vor allem in Nordrhein-Westfalen, wo die meisten Moscheen stehen.

Der Anstieg sei zeitgleich zu rechtspopulistischen Debatten und zu Demonstrationen von Hooligans und Rechtsradikalen (Hogesa) sowie der islam- und fremdenfeindlichen Pegida erfolgt. «Es finden sich ebenso Indizien dafür, dass die Häufigkeit von Moschee-Übergriffen Parallelen zur Flüchtlingsdebatte ab Sommer 2015 aufweist.» In dem Bericht betont die Ditib: «Übergriffe auf Gotteshäuser beschädigen nicht nur die Gebäude, sondern haben unmittelbare Auswirkungen auf die Gemeinde und ihre Mitglieder. Sie sind ein Signal der Abwertung und Ablehnung.»

Die Übergriffe unterteilt der Verband in drei Kategorien: Bei den 99 Taten von 2015 handelte es sich in 47 Fällen um Provokationen, Bedrohungen oder Beschimpfungen – etwa um mit Hakenkreuzen versehene Schreiben an Moscheegemeinden oder Mordaufrufe. In 38 Fällen ging es um Einbruch, Sachbeschädigung oder Hausfriedensbruch. Und in 14 weiteren kam es zu körperlicher Gewalt oder tätlichen Angriffen – darunter waren auch sieben Brandanschläge, so in Köln, Bielefeld oder Witten.

Der Bericht geht «trotz sehr vorsichtiger Einschätzung bei der Tatmotivation» davon aus, dass mehr als die Hälfte der Attacken einen rechtsextremen, islam- oder fremdenfeindlichen Hintergrund hatten. Eine hohe Dunkelziffer sei wahrscheinlich, da vor allem Drohbriefe oder Schmierereien oft nicht angezeigt würden. Der Ditib gehören rund 840 Moscheegemeinden an, es seien aber auch Angriffe auf Nicht-Mitglieder aufgenommen worden.

Hier geht es zum gesamten Bericht.

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