Präsident Erdogan: Europa will die Türkei spalten

Im Streit um die Visafreiheit für Türken kritisiert Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die EU. Die plötzlichen Voraussetzungen seien reine Willkür.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan.(Screenshot YouTube)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. (Screenshot YouTube)

In der Diskussion über den Flüchtlingspakt und die damit verbundene Visaliberalisierung für türkische Staatsbürger verschärft Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan den Ton gegenüber der EU. An die Adresse der Europäischen Union gerichtet sagte er am Donnerstag bei einer Veranstaltung in Ankara: «Seit wann lenkt ihr die Türkei? Wer hat euch diese Kompetenz gegeben?»

Er unterstellte der EU außerdem, «Terroristen» mit Waffen und Geld auszustatten. «Sie sagen: Geht und spaltet die Türkei», sagte Erdogan. «Glaubt ihr, wir wissen das nicht?»

Die EU verlangt von der Türkei unter anderem eine Änderung der Terrorgesetze. Das gehört zu 72 Kriterien, die erfüllt sein sollen, damit die EU Ankara die geforderte Visafreiheit für Türken einräumt. Erdogan hatte in den letzten Tagen immer wieder klargemacht, dass er eine Gesetzesänderung ablehnt. Die Türkei hat fünf der Kriterien für visafreien Einreise noch nicht erfüllt.

Erdogan warf der EU nun vor, plötzlich Voraussetzungen für Visafreiheit zu verlangen: «Jetzt kommen sie mit den 72 Kriterien an», sagte er.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.