Senol Günes: „Widmet mir keinen Legendenstatus!“

Als frisch gebackener Meistertrainer beantwortete Besiktas-Coach Senol Günes heute in einer Pressekonferenz die Fragen der Journalisten. Dabei gab der Liga-Oldie allen Beteiligten eine moralische Lehrstunde und äußerte sich über die Ziele für die nächste Saison, vor allem in der UEFA Champions League.

Am vergangenen Sonntag wurde Senol Günes zum ersten Mal als Cheftrainer türkischer Fußballmeister. Der 63-Jährige betonte vor der Presse, dass man für dieses Ziel als Mannschaft über Monate sehr hart gearbeitet habe und bedankte sich auch bei seinen Vorgängern Slaven Bilic und Samet Aybaba, die laut ihm mit ihrer Arbeit in der Vergangenheit einen maßgeblichen Anteil am Titelgewinn der „schwarzen Adler“ besitzen. Des Weiteren zog das Fußball-Urgestein auch die Presse für ihre falschen Gerüchte in den letzten Wochen zur Rechenschaft und übte diesbezüglich starke Kritik an die türkischen Medien aus. GazeteFutbol mit den Einzelheiten der Aussagen vom Meistertrainer!

…über seine erste gewonnene Meisterschaft als Trainer

„Natürlich ist es für mich eine große Freude nach vielen Jahren endlich Meister zu werden. In der Saison 2010/2011 haben wir den Titel mit Trabzonspor verdient gehabt. Jedoch wurden wir am Ende leider (nur) Meister der Herzen und bekamen den Pott nicht. Diesmal bin ich mit Besiktas sowohl echter Meister, als auch der Meister der Herzen geworden. Den Pokal werden wir nächste Woche auch hochhalten.“

…seine Kritik an die Medien in der Türkei

„Ich hätte mir gewünscht, öfter mit der Presse zusammenzusitzen, um gesündere Beziehungen zu pflegen. Wir wurden von euch zum Meister gekürt, obwohl noch nichts entschieden war. Die Saison ist noch nicht mal zu Ende und ihr habt schon neue Spieler für uns verpflichtet. Die ganzen Gazetten sind mit ihrer Berichterstattung vor uns. Des Weiteren möchte ich es in Ausdruck bringen, dass die übertriebene Anerkennung und die maßlose Ehrung seitens der Presse an meine Person mich natürlich einerseits erfreuen, aber andererseits auch einen großen Schaden hinzufügen. Ich möchte zu keinem Zeitpunkt meines Lebens überheblich werden und die Presse muss mir dabei helfen.“

…über die zahlreichen Trainerwechsel

„Unser Konkurrent beendet die Saison als Zweiter und die Öffentlichkeit munkelt direkt über eine mögliche Entlassung. Im Umkehrschluss würde dies bedeuten, dass man mich auch entlassen würde, wenn wir nicht Meister geworden wären. Wieso werden den Übungsleitern dann von den Vorständen Verträge für zwei oder drei Jahre angeboten? Wir müssen uns alle gemeinsam unterstützen und nicht jeden bei der geringsten Erfolglosigkeit abwerten. Am Ende sind die Vereine erfolgreich, die in ihrem System auf Konstanz setzen.“

…über die Widmung des Legendenstatus der Fans an ihren Coach

„Ich bin nicht der erste Trainer, der Besiktas zur Meisterschaft geführt hat. Senol Günes ist nur ein Teil dieser Arbeit. Am Anfang der Saison wurde mir vom Vorstand solch ein Auftrag gegeben und ich konnte gemeinsam mit meinem Trainerstab und den Spielern diese Forderungen erfüllen. Es gibt Momente, da ist der Mannschaftskoch wichtiger als der Trainer. Jeder trägt seinen Part für die Erfolge bei.“

…über die Zukunft von Nationalspieler Mario Gomez

„Es ist im Moment nicht richtig über dieses Thema zu reden. Mario ist bei Beisktas sehr glücklich und erfolgreich. Wenn er uns verlässt, kann es nur finanzielle oder sportliche Gründe haben. Den Verein hat bislang kein Angebot erreicht. Als er am Anfang des Jahres in Istanbul angekommen ist, befand er sich nicht einer guten Verfassung. Solange wir in der Champions League dabei sind, würde ein Absprung von Gomez beide Seiten schwächen.“

…die Ziele in der Champions League

„Wir sind nicht Meister geworden, um nächstes Jahr wieder nur die Liga zu dominieren. Besiktas wird nächstes Jahr an der Champions League teilnehmen und alle Spieler sind dazu verpflichtet, ihre Leistungen zu steigern. Das Niveau auf der europäischen Bühne ist ein ganz anderes und unvergleichbar mit der türkischen Liga.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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