Emre Can: Der traurige Verlierer des FC Liverpool

Fußball-Trainer Jürgen Klopp hat mit dem FC Liverpool das Finale der Europa League gegen den FC Sevilla verloren. Die Spanier setzten sich am Mittwoch im Endspiel von Basel mit 3:1 (0:1) gegen die Engländer durch. Für das Team um den deutschen Nationalspieler Emre Can eine besonders bittere Pille.

Zunächst sah alles noch recht gut aus. Liverpool ging durch ein Tor von Daniel Sturridge in der 35. Minute in Führung. Doch bereits nach 17 Sekunden der zweiten Halbzeit gelang Kevin Gameiro der Ausgleich. Mit einem Doppelschlag machte dann Coke (64./70) alles klar. Und Emre Can war am Boden zerstört.

Sevilla gelang mit der Leistungssteigerung nach der Pause der Titel-Hattrick, so die dpa. Die Spanier stellten damit einen Titel-Rekord in dem Wettbewerb auf. Vor 35 000 Zuschauern im St. Jakob-Park in Basel gingen die Andalusier als verdienter Sieger vom Feld.

Der 18-malige englische Meister Liverpool mit dem deutschen Nationalspieler Emre Can dagegen verpasste durch die Niederlage einen Platz im nächsten Europacup. Der neue Reds-Trainer Klopp verlor auch sein fünftes großes Finale in Serie.

Noch im Vorfeld des Europa League-Finales sprach Can in den höchsten Tönen von Klopp. «Die Leute lieben einfach den Trainer, weil er so ist, wie er ist», sagte der Fußball-Nationalspieler in einem Interview der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Vom ersten Tag an sei der frühere Dortmunder Coach bei den Spielern gut angekommen. «Er ist einfach Jürgen Klopp, er verstellt sich nicht. Die Mannschaft hat ein Super-Verhältnis zu ihm.»

Liverpool hat als Tabellen-Achter der Premier League die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb über die Liga verpasst. Auch deshalb sagte Can: «Wir sind noch lange nicht da, wo wir sein wollen, aber wir haben auf jeden Fall einen großen Schritt gemacht.» Klopp erwarte viel von ihm. Er will, «dass ich die Mannschaft antreibe. Er will schon, dass ich vorangehe und auf dem Platz vieles zeige.»

Defensivspieler Can hat in Liverpool schon seine Anführerqualitäten gezeigt; der frühere Leverkusener und Münchner absolvierte bisher fünf Länderspiele und steht im vorläufigen EM-Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw.

Verärgert war Klopp über Schiedsrichter Jonas Eriksson, der den Briten zwei mögliche Hand- und einen potenziellen Foulelfmeter nicht zusprach. Sevillas Kapitän Coke nach dem 2:1 (64.) auch das 3:1 (70.) aus abseitsverdächtiger Position anzuerkennen, war aber definitiv die korrekte Entscheidung – der Ball kam von Liverpools Philippe Coutinho. Zuvor hatte sich Emre Can einen schlimmen Ballverlust erlaubt.

Mit Selbstmitleid konnte Jürgen Klopp nach seinem fünften verlorenen Endspiel und dem verpassten Europa-League-Sieg zum Ende seiner Premieren-Saison beim FC Liverpool allerdings nichts anfangen. Er glaube nicht, «dass Gott sich vorgenommen hat, mich ins Finale zu lassen und mir dann jedes Mal einen Schlag zu geben. Manchmal ist der Weg eben etwas schwerer», sagte der 48 Jahre alte Fußball-Trainer nach dem 1:3 (1:0) gegen Rekord-Sieger FC Sevilla. «Heute war ich nicht glücklich, das stimmt. Aber wir machen weiter, ich mache weiter, und es wird ein nächstes Finale kommen.»

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