Türkei: Interview-Verbot von Fatih Terim

Fatih Terim hat die Faxen dicke von den Transfergerüchten um seine Spieler und verhängt ein Interview-Verbot für die Mannschaft. Einen Schockmoment musste der Trainerstab derweil gestern Abend verdauen, als sich Arda Turan und Selcuk Inan verletzten. GazeteFutbol berichtet vom EM-Camp der Türken...

Verdächtig ruhig und besinnlich geht es im EM-Vorbereitungscamp der Türken derzeit in Belek zu. Während die Türkei-Legionäre Mario Gomez („Eine Entscheidung über meine Zukunft wird es in 5-6 Wochen geben!“) und Lukas Podolski („Ich bleibe bei Galatasaray!“) im Trainingslager der Deutschen eifrig Pressekonferenzen geben, verfolgt Nationaltrainer Fatih Terim eine bewusst andere Strategie. Terim hält seine Spieler weit weg von der zum Teil sensationsgeilen türkischen Presse und geht sogar so weit, dass er den Nationalspielern ein Interview-Verbot erteilt hat. Bedeutet also: Vor und während der Europameisterschaft gibt es keine Statements zu Vertragsgesprächen und Transfergerüchten – auch nicht über die sozialen Netzwerke.

Terim im Vier-Augen-Gespräch mit Emre Mor

Was genau das im Einzelfall heißt, musste am Dienstag Youngster Emre Mor erfahren. Nach seinem gelungenen Debüt-Auftritt gegen Montenegro ist der 18-Jährige von den türkischen Medien in den Himmel gelobt worden, sogar die ersten Transfergerüchte in die Türkei zu Galatasaray und Fenerbahce machten die Runde. Der Hype um Mor gipfelte darin, dass sich dessen Mutter live im türkischen TV erklären musste, warum sein Sohn seit Kindestagen für Galatasaray schwärmt. Um dem Wirbel um Emre Mor schnell einen Riegel vorzuschieben, hat sich Terim den Jungspund zur Seite genommen und klar gemacht: „Derzeit zählt nur die Nationalmannschaft!“ Auch der türkisch-dänische Wirbelwind muss sich dem strengen Regiment des „Imperators“ beugen und eigene Interessen vorerst ausblenden.

Turan leicht verletzt, Selcuk Inan droht letzten EM-Test zu verpassen

Darüber hinaus läuft bei den Rot-Weißen fast alles nach Plan. Bei der gestrigen Übungseinheit am Vormittag waren noch alle 23 Spieler mit an Bord, am Abend stockte dem Trainerstab dann aber der Atem, als sich Kapitän Arda Turan und Selcuk Inan in Zweikämpfe verstrickt verletzten und das Abendtraining nicht beenden konnten. Auch Trainer Terim hatte genug gesehen und brach die Übungseinheit sofort ab. Einen Tag später steht fest: Bei Turan handelt es sich nur um eine kleinere Blessur, Inan könnte hingegen den letzten EM-Test am Sonntag in Slowenien verpassen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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