Journalist Dündar fordert von Merkel Druck auf Erdogan

Der türkische Top-Journalist Can Dündar kritisiert, dass die Bundesregierung die Menschenrechte in der Türkei für ihre eigenen Interessen opfere. Er fordert von Angela Merkel, mehr Druck auf Erdogan auszuüben.

Der türkische Journalist Can Dündar. (Screenshot)

Der türkische Journalist Can Dündar. (Screenshot)

Der türkische Journalist Can Dündar wirft der Bundesregierung vor, die Menschenrechtsproblematik in der Türkei nicht ernst genug zu nehmen. Er verstehe die deutsche Haltung zur türkischen Regierung mit Blick auf die Flüchtlinge, sagte Dündar, Chefredakteur der Zeitung „Cumhuriyet“. „Das ist zurzeit das größte Problem in Europa.“ Aber er verstehe nicht, dass die Berliner Regierung die Unterdrückungspolitik der Türkei ausblende. Der Bundesregierung wirft er Opportunismus vor.

„Wir erwarten, dass Europa seine Werte wie Demokratie und Menschenrechte in die Türkei exportiert“, sagte Dündar. Stattdessen erlaube Bundeskanzlerin Angela Merkel dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, seine Politik nach Europa zu exportieren. Andererseits sei es ein Fehler, die Türkei mit Erdogan gleichzusetzen: „Es gibt noch eine andere Türkei, mindestens die Hälfte des Landes, die an die westlichen Werte und die Vollmitgliedschaft in der EU glaubt.“

Dündar, der wegen eines Berichts seiner Zeitung über angebliche Waffenlieferungen der Türkei an syrische Rebellen zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, hält sich derzeit in Berlin auf. Er hat dort mehrere Bundestagsabgeordnete sowie Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bundestags-Präsident Norbert Lammert (CDU) getroffen. Anschließend will er nach Frankreich weiterreisen.

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