Schon wieder ein „neuer Messi“ gesichtet

Die Türkei hat rein quantitativ das größte Spielerpotenzial Europas. Immer wieder werden junge Fußballer gehypt, doch bisher warten wir vergeblich auf den „türkischen Messi“, der das Fußballvolk in Ekstase versetzt. Nun scheint aber ein Junge aus Trabzon das Interesse diverser Großklubs auf sich zu ziehen.

Lionel Messi, der echte, hat gerade seinen Rücktritt aus der argentinischen Nationalelf erklärt. Der Zauberfuß hat sein viertes Finale in Folge verloren, zudem wurde seine Familie von Fans beleidigt (klingt nach türkischen Verhältnissen). Die Albiceleste wiederum ist seit 1993 ohne Titel. Eine echte Schmach für solch eine große Fußballnation. Doch Messi wäre nicht Messi, wenn er auch ohne Nationalelf nicht die Fantasie von Fans, Klubs und Spielerberatern auf der ganzen Welt anregen würde – ganz ohne eigenes Zutun. Denn sie alle suchen schon nach dem neuen Messi, so wie einst nach dem neuen Maradona gefahndet wurde. Die türkische Presse ist da besonders intensiv unterwegs. Fast jedes Jahr wird ein neuer Junge ausgemacht, der der neue Messi werden könnte. Immerhin haben wir nun mit Emre Mor einen in der Nationalmannschaft, der zumindest jede Menge Talent mitbringt und international als „neuer Messi“ bezeichnet wird, auch wenn er selbst Cristiano Ronaldo als Vorbild nennt.

Erfolg durch Sichtung

Die jüngste der „neue Messi“-Geschichten stammt aus Spanien. Denn dort, beim FC Valencia, spielt ein gewisser Ferhat Çoğalan. Er stammt aus der Provinz Trabzon und ist seit drei Jahren in der Jugend der Schwarz-Weißen. Trabzonspor soll ihn einst abgelehnt haben. „Solche Jungs haben wir jede Menge“, soll der Tenor der Scouts gewesen sein. Dem FC Valencia, der regelmäßig Sichtungscamps in der Türkei ausrichtet, war Ferhat offenbar gut genug. In der abgelaufenen Saison kam der Offensivmann jedenfalls auf 22 Tore und 30 Assists. Bei internationalen Turnieren soll er das Interesse der Scouts von Manchester United, Arsenal, Juventus oder dem BVB auf sich gezogen haben. Vor seinem Wechsel zu Valencia wäre Ferhat fast ganz in der Nähe des echten Messi gelandet. Der FC Barcelona wollte ihn in seine Fußballschule La Masia aufnehmen, auch der AS Monaco war dran. Am Ende scheiterten die Verhandlungen und der Teeanger landete in Valencia.

Erste Gespräche in Manchester

Nun aber scheint ein Wechsel zu Manchester United nah zu sein. Laut Daily Mail war Ferhat mit seinem Vater Sedat und seinem Berater vergangene Wochen in der englischen Arbeiterstadt. Der Daddy scheint sehr abgeklärt zu sein: „Wir haben keine Eile, Ferhats Vertrag läuft bis 2021“, zitiert ihn die französischen Zeitung La Voix Du Nord. Scheitern könnte ein Wechsel wohl an der Ausstiegsklausel: die soll laut spanischen Medien bei satten 8 Millionen Euro liegen – für einen 14-Jährigen!

Vater träumt von Trabzonspor

Ferhats Stil soll übrigens nicht dem von Messi, sondern dem von Ronaldo ähneln. Und der Portugiese soll zusammen mit Hami Mandıralı das Vorbild des Youngster sein. Vater Sedat träumt unterdessen davon, dass sein Sohn eines Tages für Trabzonspor spielt. Sollte er eine Entwicklung wie der echte Messi hinlegen, dürfte das noch eine Weile dauern. Zumindest sollten die türkischen Fußballfans sich noch nicht zu viel erwarten. Bei einem 14-Jährigen weiß man ohnehin nicht, ob er mit 21 überhaupt noch auf hohem Niveau Fußball spielt. Einstige Supertalente wie Batuhan Karadeniz oder Muhammed Demirci sind warnende Beispiele!

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.