Eklat im Ramadan: Kretschmann lässt Alkohol ausschenken

Die Landesregierung Baden-Württemberg hat Muslime zum Fastenbrechen eingeladen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann ließ Alkohol ausschenken und attackierte in einer Rede die Türkei. Das Fastenbrechen endete mit einem Eklat.

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, hat angesichts des islamischen Ramadan-Fests mehrere deutsch-türkische Verbände und auch türkische Diplomaten zu einem Fastenbrechen in den Räumlichkeiten der Landesregierung eingeladen, berichtet die Zeitung Yeni Posta. Allerdings endete das Fastenbrechen mit einem Eklat. Kretschmann ließ beim Fastenbrechen nicht nur alkoholische Getränke ausschenken, sondern nutze die Gelegenheit, um scharfe Kritik an der Türkei und am türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu äußern.

Diverse deutsch-türkische Vertreter und türkische Diplomaten verließen die Veranstaltung daraufhin unter Protest.

Die Pressestelle der Landesregierung teilt hierzu mit:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Nachgang zum Iftar-Empfang des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann am 29. Juni 2016 erklärt das Staatsministerium:

Die beiden türkischen Generalkonsuln (und nur sie) verließen den Iftar-Empfang der Landesregierung nach dem Bekanntwerden des schrecklichen Attentats am Istanbuler Flughafen, sie verabschiedeten sich bei Ministerpräsident Kretschmann und baten um Verständnis. Es handelte sich im Übrigen um einen Empfang der Landesregierung aus Anlass des Iftar, jedoch nicht um ein religiöses Fest. Am Empfang nahmen auch zahlreiche nicht-muslimische Gäste teil. Obwohl es ansonsten zu den Gepflogenheiten eines Empfangs des Landes gehört, den Gästen auch Wein anzubieten, wurde aus Rücksicht auf die muslimischen Gäste unter den Teilnehmern – wie in den Vorjahren auch – nur auf Nachfrage und ausdrücklichen Wunsch einzelner Gäste Wein ausgeschenkt. Das Servicepersonal war dementsprechend eingewiesen worden.

Doch die Religionsgemeinschaft DITIB Baden-Württemberg widerspricht der Darstellung der Landesregierung in Stuttgart. „Wir wussten nicht, dass beim Iftar-Essen Wein ausgeschenkt wird. Dies fanden wir unangemessen“, zitiert die Zeitung Takvim den DITIB-Vertreter Erdinç Altuntaş.

Die Landesregierung schreibt in ihrer Mitteilung: „Es handelte sich im Übrigen um einen Empfang der Landesregierung aus Anlass des Iftar, jedoch nicht um ein religiöses Fest.“

Allerdings ist das Iftar-Essen ein religiöser Brauch und kein religiöses Fest. Auch der Anlass zu einem derartigen religiösen Brauch ist als religiöser Akt einzustufen. Offenbar gibt es unüberbrückbare Differenzen zwischen der Landesregierung und den muslimischen Verbänden, was die Einstufung von religiösen Bräuchen, Festen und Akten angeht.

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