Türkischer Geheimdienst: Putsch gegen Erdogan niedergeschlagen

Der türkische Geheimdienst MIT meldet, dass der Putsch gegen Präsident Erdogan niedergeschlagen wurde. Alle daran Beteiligten würden des Hochverrats angeklagt. Zuvor hatte sich US-Präsident Obama demonstrativ hinter Erdogan gestellt. Erdogan soll auf dem Weg nach Ankara sein.

Der Pressesprecher des türkischen Nachrichtendiensts MIT, Nuh Yilmaz, sagt, dass der Putschversuch niedergeschlagen wurde. Yilmaz deutete an, dass der Putschversuch von Soldaten unternommen wurde, die der islamischen Gülen-Bewegung nahe stehen. „Jeder, der sich an diesem Putschversuch beteiligt hat, wird wegen Hochverrats angeklagt“, zitiert T24 Yilmaz. Bisher wurden 13 angebliche Putschisten festgenommen.

Yilmaz fügte hinzu, dass eine kleine Gruppe aus Offizieren, die den Luftstreitkräften und der Gendarmerie angehören, den Putschversuch unternommen hätten, berichtet Al Jazeera.

Der Chef der türkischen Spezialkommandos des Militärs, Zeki Aksakalli, sagte ebenfalls, dass hinter dem Putsch die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen, der sich derzeit in den USA aufhält, stecken soll. Gülen weist die Anschuldigungen als „hochgradig unverantwortlich“ zurück, berichtet Reuters.

US-Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Merkel und die EU stellten sich in der Nacht demonstrativ hinter Präsident Erdogan.

Die Lage ist verworren: Präsident Erdogan ist nach eigenen Worten auf dem Weg nach Ankara. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu sollen türkische Kampfjets den Präsidentenpalast in Ankara unter Beschuss genommen haben. Vom Palast soll Rauch aufsteigen. Zudem soll die Parteizentrale der AKP von Kampfhubschraubern beschossen worden sein. Dabei soll eine Person ums Leben gekommen sein.

Der staatliche Fernsehsender TRT ist allerdings wieder auf Sendung. Der türkische Ministerpräsident Yildirim sagt, die Situation sei größtenteils unter Kontrolle. Er spricht erneut von einem Akt der Rebellion seitens Gülen-Bewegung.

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