Topclubs: Viele Follower, aber wenig Ertrag

Die türkischen Top-Vereine sind in den sozialen Medien gefragt. Wie eine Analyse von Result Sports zeigt, können sie bei der Zahl der Fans mit den europäischen Spitzenclubs mithalten. Allerdings wird dieses Potenzial kaum genutzt, um zusätzliche Einnahmen zu generieren.

Laut einer Erhebung von Result Sports sind der FC Barcelona und Real Madrid auf sozialen Plattformen im Internet die beliebtesten Fußballvereine. So erreichen die Katalanen über die Plattformen Facebook, Twitter, Instagram, Youtube, Google Plus und Periscope insgesamt 172,9 Millionen Menschen. Die Königlichen folgen auf Platz zwei mit einer Reichweite von 163,2 Millionen. Der beste Bundesliga-Verein ist Bayern München auf Rang fünf mit 51,1 Mio. Followern über alle Plattformen. Die türkischen Topclubs schlagen sich wie gehabt gut. So belegt Galatasaray den 12. Platz mit 23,2 Millionen Interessenten. Es folgen Fenerbahçe auf Platz 15 (18,1 Millionen) sowie Beşiktaş auf Rang 18 mit 9,2 Millionen. Trabzonspor kommt auf den 54. Platz mit einer Reichweite von knapp 400.000. Die Zahlen gelten für das Ende der Spielzeit 2015/16.

Kaum internationale Präsenz

Allerdings belegten Galatasaray und Fenerbahçe vor drei Jahren noch Plätze in den Top-Ten. Ihr Abstieg hat zwei Gründe: zum einen haben viele andere Vereine ihr Marketing deutlich verbessert. Zum anderen fehlen derzeit die internationalen Erfolge. So stand Galatasaray zuletzt 2012/13 im Viertelfinale der Champions League, Fenerbahçe erreichte im gleichen Jahr das Semifinale der Europa League. Der damalige Galatasaray-Boss Ünal Aysal hatte zu dieser Zeit auch etliche Sponsoren an Land ziehen können und plante die internationale Expansion. So hatte man unter anderem die Nahost-Tochter des japanischen Konzerns Nikon für sich gewinnen wollen. Die Pläne sahen vor, dass man auch möglichst schnell einen japanischen Spieler verpflichtet, um den sportlichen Erfolg in Ostasien auch mittels Merchandising in bare Münze umwandeln zu können. Daraus ist ebenso wie aus dem geplanten GS Store in Tokyo nie etwas geworden. Die damaligen GS Store-Manager sind ebenso wie Aysal nicht mehr im Amt. Einen japanischen Fußballer hat der Klub nie gesehen. Allerdings muss man auch sagen: genau zu dieser Zeit begann der Absturz der türkischen Lira, der alle großen türkischen Vereine finanziell hart getroffen hat. Dadurch war wahrscheinlich kein Geld für neue Investitionen da. Fenerbahçe, Beşiktaş und Trabzonspor haben nie konkrete Pläne für ähnliche Expansionen bekannt gegeben. Man muss ja sagen: Selbst in Deutschland, wo mehr als drei Millionen Türken leben, ist die Präsenz der Süperlig-Vereine schwach.

Vorbild Leverkusen

Allerdings hat man da am falschen Ende gespart. So zeigt das Beispiel Bayer Leverkusen, wie man geschickt ins Ausland expandieren kann. Die Leverkusener haben mit Chicharito viele Follower in Mexiko gewinnen können. Follower an sich bedeuten nichts, aber allein die Aufmerksamkeit durch dortige Fernsehsender dürfte für den einen oder anderen Trikotverkauf gesorgt haben. Mexiko hat immerhin 122 Millionen Einwohner, zudem leben viele Millionen Mexikaner in den USA. Und das merken die Rheinländer auch bei ihren Spielen. Im Januar 2016 beim Wintertrainingslager in Orlando (Florida) wurde die Mannschaft wie nie zuvor von mexikanischer Fans begleitet. „Er hat beinahe in jedem Spiel getroffen. So haben wir die ideale Kombination zwischen Erfolg auf dem Platz und Erfolg für Aktivitäten im Bereich Merchandising und Marketing. Er ist in Lateinamerika und Nordamerika einfach richtig bekannt und beliebt“, kommentierte Geschäftsführer Michael Schade das wachsende Interesse an seinem Klub. Für Schade ist das übrigens nichts Neues. Mit dem Südkoreaner Heung Min Son war einst das Interesse aus Ostasien sprunghaft gestiegen. Man kann den Erfolg auch im Bereich der sozialen Medien konkret sehen. So hat Bayer allein auf Twitter knapp 280.000 Follower. Das sind etwa 35.000 mehr als beispielsweise der Traditionsverein Borussia Mönchengladbach. Nicht alle dieser südkoreanischen oder mexikanischen Fans werden die Werkself weiter beobachten, wenn Chicharito irgendwann weiterzieht. Doch manche bleiben für immer!

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.