Top-Gehälter: Wann fängt Galatasaray an auszumisten?

Nach dem Sieg im Testspiel des Schweizer Uhren-Cup gegen den FC Zürich (3:0) läuft bei Galatasaray sportlich alles nach Plan. Im Bezug auf die Finanzen sind jedoch noch Baustellen offen. Immer noch hat man die Auflagen der UEFA nicht erfüllt. GazeteFutbol macht den Gehaltscheck und wirft einen Blick auf die Gehaltsliste des Rekordmeisters.

In einer Saison, in der Galatasaray von der UEFA für alle europäischen Wettbewerbe ausgeschlossen worden ist und dazu noch mit Auflagen belastet wurde, muss der Vorstand um Dursun Özbek zwingend eine Sparpolitik an den Tag legen. Galatasaray hatte zu Beginn der Saison Personalausgaben in Höhe von 80 bis 85  Millionen Euro.

Die UEFA fordert die Türken auf, diese auf 65 Millionen Euro zu senken. Bis heute konnte man Emre Colak (0,7 Millionen Euro), Bilal Kisa (0,6 Millionen Euro), Furkan Özcal (0,5 Millionen Euro), Sercan Yildirim (0,8 Millionen Euro) sowie Alex Telles (1,6 Millionen Euro + 6,5 Millionen Euro Ablöse) von der Gehaltsliste streichen. 4,2 Millionen Euro an Gehältern wurden demzufolge eingespart. Eindeutig zu wenig, um die Auflagen der UEFA zu erfüllen. Nach dem Transfer von Serdar Aziz hat Galatasaray stolze 4,5 Millionen Euro für den Nationalspieler hingeblättert. Außerdem wird Aziz mit zwei Millionen Euro Jahresgehalt entlohnt. Bedeutet im Endeffekt: Die Ansage der UEFA ist bei Dursun Özbek anscheinend noch nicht angekommen. Ein Blick auf die Gehaltsliste zeigt, dass noch einige Spielerverkäufe nötig sind, um den UEFA-Auflagen gerecht zu werden:

Spieler Gehalt
Fernando Muslera 3,75 Millionen Euro
Cenk Gönen 0,9 Millionen Euro
Eray Iscan 0,3 Millionen Euro
Semih Kaya 1,7 Millionen Euro
Aurelien Chedjou 2,2 Millionen Euro
Hakan Balta 1,25 Millionen Euro
Serdar Aziz 2 Millionen Euro
Lionel Carole 0,7 Millionen Euro
Tarik Camdal 1,4 Millionen Euro
Salih Dursun 0,5 Millionen Euro
Sabri Sarioglu 1,25 Millionen Euro
Martin Linnes 1 Million Euro
Wesley Sneijder 4,5 Millionen Euro
Selcuk Inan 2,9 Millionen Euro
Blerim Dzemaili 2,1 Millionen Euro
Ryan Donk 1,5 Millionen Euro
Yasin Öztekin 1,1 Millionen Euro
Sinan Gümüs 0,6 Millionen Euro
Hamit Altintop 0,3 Millionen Euro
Armindo Bruma 1,2 Millionen Euro
Olcan Adin 1,8 Millionen Euro
Emrah Bassan 0,4 Millionen Euro
Jem Paul Karacan 0,6 Millionen Euro
Umut Gündogan 0,5 Millionen Euro
Birhan Vatansever 0,1 Millionen Euro
Lukas Podolski 3 Millionen Euro
Umut Bulut 1,85 Millionen Euro
Berk Ismail Ünsal 0,1 Millionen Euro
Total 39,5 Millionen Euro

 

Alle Beträge sind Nettogehälter. Wie es in der Türkei üblich ist, zahlen Vereine die Steuern der Spieler an den Staat. Nimmt man die Einsatz- und Punktprämien hinzu, so kommt Galatasaray auf Personalkosten in Höhen von 80 bis 85 Millionen Euro.

Zu erkennen ist: Spieler wie Tarik CamdalUmut Bulut, Olcan Adin oder Salih Dursun haben gut dotierte Verträge. Auch wenn diesen Spielern mitgeteilt worden ist, dass man nicht mehr mit ihnen plant, stellen sich die Akteure quer und pochen auf die Vollendung ihrer Verträge, zumal wohl kein Verein im In- oder Ausland bereit ist, diesen Spielern ihre derzeitigen Gehälter zu zahlen. In Eskisehir sollte Camdal gerade mal 400.000 Euro im Jahr verdienen! Wenig verwunderlich also, dass der Abwehrspieler die Gelb-Roten nicht verlassen möchte.

Galatasaray muss die Aussortierten loswerden

Eine andere Alternative wäre, Spielern neue Verträge mit geringeren Bezügen anzubieten. Lehnen diese Spieler die Kürzung ihrer Gehälter ab, so kommt nur noch eine Suspendierung in Frage. Bestes Beispiel: Wesley Sneijder sollte bei Inter Mailand wegen finanzieller Probleme eine Gehaltskürzung akzeptieren. Der Niederländer lehnte ab und wurde aus dem Kader Inters bis auf weiteres suspendiert. Galatasaray könnte um weitere Sanktionen der UEFA zu vermeiden, einen ähnlichen Weg wie Inter Mailand gehen. Glaubt man den türkischen Medienberichten, so möchte der Rekordmeister mindestens einen Stürmer mit dem Prädikat „Weltklasse“ verpflichten. Wie der Verein dies finanziell bewerkstelligen möchte, bleibt das Geheimnis von Dursun Özbek.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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