Flüchtlinge wurden Opfer vom Organhandel

Zahlreiche Flüchtlinge sind bereits auf dem Weg nach Europa ums Leben gekommen. Und in Europa angekommen, sind ihre Lebensbedingungen aufgrund der überwältigenden Anzahl der Flüchtlinge am Anfang nicht besonders gut. Doch wie sich zeigt, machen die Schlepper nicht nur Geld mit dem Transport der Flüchtlinge. Es gibt scheinbar auch Verbindungen zum Organhandel.

Der ehemalige Schmuggler Nuredein Whabrebi Atta, der zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, hat mit seinen Aussagen bei den italienischen Polizei ganz neue Ermittlungen im Zusammenhang mit dem anhaltenden Flüchtlingsstrom ins Rollen gebracht. Atta berichtete der Polizei, dass Flüchtlinge, die für die Überfahrt über das Mittelmeer nicht bezahlen konnten, „für 15.000 Euro an Gruppierungen, vor allem Ägypter, verkauft worden, die ausgestattet waren, um Organe zu entnehmen“, zitiert ihn der britische Independent.

Mithilfe der Aussagen Attas konnte nach Bestätigungen der italienischen Polizei ein entsprechendes Netzwerk ausgehoben werden. 38 Personen, die darin verwickelt sein sollen, wurden festgenommen. Unter ihnen befand sich auch ein italienischer Staatsbürger, außerdem wurden 25 Eritreer und 12 Äthiopier festgenommen. Innenminister Alfao sprach von einem „harten Schlag“ gegen das kriminelle Netzwerk, das Rom für die finanziellen Transaktionen genutzt haben soll. 500.000 Euro in bar soll die Polizei zudem in einem Kosmetikladen in Rom beschlagnahmt haben.

Ähnliche Vorfälle gab es bereits 2010 als mehrere Zehntausend Flüchtlinge von Schleusern nach Israel gebracht wurden. Damals wurden die Flüchtlinge häufig „von organisierten Kriminellen abgefangen und nur gegen Lösegeld freigelassen“, so die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte. „Wenn die Flüchtlinge von ihren Familienmitgliedern nicht freigekauft werden können, werden sie, nach Angaben der UN Refugee Agency, an Banden im Nord-Sinai verkauft, wo sie meist getötet und ihrer Organe beraubt werden.“

Erst im Juni hatte die indische Polizei einen Organhändler-Ring gesprengt. Ein privates Krankenhaus in Neu Delhi hatte Organe an gut betuchte Patienten verkauft. Dabei seien Dokumente gefälscht worden, um zu zeigen, dass die armen „Spender“ mit den Patienten verwand seien. Fünf Verdächtige, darunter zwei Angestellte eines Arztes, wurden festgenommen. Das Krankenhaus will nichts von dem Handel gewusst haben.

Ende Juni hatte das Deutsche Kinderhilfswerk neue Untersuchungen zu den etwa 8.500 vermissten Flüchtlingskindern gefordert. „Diesen Kindern drohen Ausbeutung, Sexarbeit, Sklaverei oder sogar Organhandel“, sagte der Präsident der Organisation, Thomas Krüger, damals. „Jedem vermissten Kind, egal ob es aus Deutschland oder einem anderen Land kommt, müssen wir größtmögliche Aufmerksamkeit widmen.“

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