Türkische Beamte auf der Flucht nach Deutschland

Nach Angaben der türkischen Regierung sollen über 1.000 Beamte, die unter Putschverdacht stehen, auf der Flucht sein. Pro-Asyl rechnet mit einer Fluchtbewegung nach Deutschland. Die Grünen fordern von der Bundesregierung, den Betroffenen Asyl in Deutschland zu gewähren.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. (Foto: Screenshot Youtube)

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. (Foto: Screenshot Youtube)

Der türkische Vizepremier Mehmet Simsek hat am Donnerstag gesagt, dass bisher 6.823 Angehörige des türkischen Militärs, die unter Putschverdacht stehen, festgenommen wurden. Doch über 1.000 Beamten verschiedenster Institutionen sollen geflohen sein, berichtet sondakika.com. Simsek hatte die Aussagen im Gespräch mit Reuters getroffen.

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl rechnet wegen der Verfolgung von Erdogan-Gegnern mit einer Zunahme von Flüchtlingen aus der Türkei nach Deutschland. Politiker von Grünen und Linken riefen Merkel dazu auf, Personen, die in der Türkei unter Putschverdacht stehen, Asyl anzubieten. „Die Bundesregierung ist gut beraten, politisch Verfolgten aus der Türkei Schutzperspektiven in Deutschland zu bieten“, sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck.

Bereits am vergangenen Wochenende waren acht Putschisten nach Griechenland geflohen, um dort Asylanträge zu stellen.

Es sollen nach Angaben der Hürriyet insgesamt 49.337 Beamte suspendiert worden sein.

Das türkische Bildungsministerium hat bisher 15.200 Mitarbeiter suspendiert, berichtet das Ministerium auf seiner Webseite. Sie stehen unter Putschverdacht.

Die Nachrichtenagentur Anadolu meldet, dass das Innenministerium 8.777 Beamte suspendiert habe.

Der Hochschulrat YÖK fordert, dass 1.577 Dekane ihren Rücktritt einreichen, berichtet die Hürriyet.

Der regierungsnahe Sender AHaber berichtet, dass 257 Beamte aus dem Amtssitz des Premierministers suspendiert wurden.

Beim Familienministerium wurden 393, beim Geheimdienst 150, an der Istanbuler Börse 85, bei der Religionsbehörde DITIB 492, bei der Energiemarktaufsichtsbehörde 25, beim Entwicklungsministerium 16 und beim Finanzministerium über 1.500 suspendiert, berichtet die Hürriyet.

Der Premier bestätigt auf seinem Twitter-Konto die Suspendierungen beim Innenministerium und Finanzministerium.

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