Türkei riegelt US-Luftwaffenbasis erneut ab

Türkische Sicherheitskräfte haben den US-Luftwaffenstützpunkt Incirlik erneut abgeriegelt. An der Aktion nehmen 7.000 Polizeikräfte mit gepanzerten Fahrzeugen teil. Die Türkei befürchtet einen zweiten Putschversuch.

Eine Tornado-Crew der Luftwaffe. (Foto: Flickr/ by Ronnie Macdonald CC BY 2.0)

Eine Tornado-Crew der Luftwaffe. (Foto: Flickr/ by Ronnie Macdonald CC BY 2.0)

Am Sonntag hat die türkische Regierung den US-Luftwaffenstützpunkt Incirlik erneut abgeriegelt. Der Stützpunkt wurde von 7.000 Polizisten und gepanzerten Fahrzeugen umstellt. Ein- und Ausfahrten wurden nicht erlaubt. Die regierungsnahe Zeitung Yeni Safakberichtet, dass die Regierung in Ankara einen zweiten Putschversuch befürchtet, der seinen Ausgang auf dem Luftwaffenstützpunkt haben könnte.

Die Entscheidung zur Abriegelung des Stützpunkts kam kurz nach der Ankunft  des US-Generalstabschefs Joseph Dunford in Incirlik, der sich am Montag um 17 Uhr mit dem türkischen Premier Binali Yildirim in Ankara traf, berichtet die Hürriyet.

Der US-Luftwaffenstützpunkt Incirlik wurde in der Putschnacht am 15. Juli von den Putschisten genutzt. Von Incirlik aus starteten Tanker-Flugzeuge, um die F-16-Jets der Putschisten mit Kerosin zu versorgen, berichtet die Zeitung Aksam.

Ein zweiter Putschversuch – ob militärisch oder wirtschaftlich – ist nicht unwahrscheinlich. Ein iranischer Beamter sieht Parallelen zwischen dem erfolgreichen Putsch gegen den iranischen Premier Mohammed Mossadegh im Jahr 1953 und dem Putschversuch in der Türkei, berichtet Al-Monitor. Mossadegh und die iranische Bevölkerung konnte den ersten Putschversuch niederschlagen. Wenig später erfolgte der zweite Putschversuch, der erfolgreich verlief. Urheber des Putsches waren Großbritannien und die USA, berichten Mark J. Gasiorowski und Malcolm Byrne in „Mohammad Mosaddeq and the 1953 Coup in Iran“.

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