S&P stuft die Türkei als Hochrisiko-Land ein

Die Rating-Agentur Standard & Poor's hat die Türkei als „Hochrisiko-Land“ eingestuft. Es droht eine Kapitalflucht. Die türkische Regierung wirft westlichen Finanzkreisen vor, einen Wirtschafts-Krieg gegen das Land zu führen.

Erdoğan warf den beiden Agenturen vor, Bewertungen auf politischer und nicht auf wirtschaftlicher Basis zu treffen (Foto: flickr/ Πρωθυπουργός της Ελλάδας CC BY-SA 2.0)

Erdoğan warf den beiden Agenturen vor, Bewertungen auf politischer und nicht auf wirtschaftlicher Basis zu treffen (Foto: flickr/ Πρωθυπουργός της Ελλάδας CC BY-SA 2.0)

Die Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) hat die Türkei am Montag als Hochrisiko-Land eingestuft. Zuvor wurden Investoren bereits vor einem „ziemlich hohen Risiko“ gewarnt. S&P hatte im vergangenen Monat schon die Bonität türkischer Staatsanleihen herabgestuft und den Ausblick auf „negativ“ gesetzt, was weitere Verschlechterungen der Kreditwürdigkeit andeutet. Die neue Risikobewertung folgt jetzt auf Drohungen der türkischen Regierung, die sich lautstark über „fehlerhafte Entscheidungen“ der internationalen Rating-Agenturen beschwert hatte.

S&P hatte die schlechtere Einschätzung der Bonität im Juli mit den Folgen des Militärputsches und der Polarisierung im Land begründet. Vergangene Woche hatten Vize-Ministerpräsident Mehmet Simsek Schritte gegen die Rating-Agenturen angekündigt. Es gebe keinen Grund, die Bonität der Türkei schlechter einzuschätzen. Zuvor hatten türkische Medien berichtet, dass westliche Finanzkreise einen „Wirtschafts-Krieg“ gegen die Türkei planen, um eine Kapitalflucht aus dem Land auszulösen.

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