Olympia: IOC schickt Flüchtlingsteam an den Start

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat erstmals ein Olympisches Flüchtlingsteam aufgestellt. Insgesamt zehn Athleten aus unterschiedlichen Ländern treten bei den Spielen in Rio de Janeiro an. Unterstützt werden kann die Mannschaft über die Sozialen Medien.

In Rio sind auch zehn Flüchtlinge mit dabei. Für sie hat das IOC erstmals ein eigenes Team gegründet. Unter ihnen ist die syrische Schwimmerin Yusra Mardini, die inzwischen in Berlin lebt und trainiert.

33 Millionen Kinder weltweit wachsen weit weg von zu Hause auf der Flucht auf. Sie sind gezwungen, vor Gewalt oder Armut zu fliehen. Sie sind Teil einer globalen Krise, die Millionen von Menschen zu Flüchtlingen gemacht hat“, schreibt hierzu Unicef. Zehn dieser Flüchtlinge treten in Rio als Mitglieder des ersten Olympischen Flüchtlings-Teams an. Das Team besteht aus zwei syrischen Schwimmern, zwei Judokas aus der Demokratischen Republik Kongo, einem Marathon-Läufer aus Äthiopien und fünf Mittelstreckenläufern aus dem Südsudan. „Die Flüchtlings-Athleten haben bereits unglaubliche Hindernisse überwunden, um bei den Spielen anzutreten. Nun brauchen sie unsere Unterstützung (…).“

Durch den Eintrag von Vornamen und Email-Adresse registrieren sich die User für die so genannte „Cheering Section“. Geteilt werden kann die Aktion auf Facebook und Twitter mit dem Hashtag #TeamRefugees. Eine eigene Twitter-Präsenz existiert ebenfalls.

Seit 3. August gibt es bereits ein YouTube-Video, das das Team vorstellt:

Bis jetzt wurde es fast 100.000 Mal angesehen. UNHCR begleitet die Anstrengungen der Sportler zudem mit einem Live-Blog.

Die Syrerin Yusra Mardini hat sich eine Medaille für das Flüchtlingsteam bei den Olympischen Spielen in Rio gewünscht. „Wir müssen eine Medaille gewinnen. Wir müssen“, sagte die 18 Jahre alte Schwimmerin und dankte dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) für dessen Unterstützung der Mannschaft: „Syrien und Deutschland sind meine Zuhause. Jetzt ist auch das IOC mein Zuhause. Ich habe drei Heimaten“, so Mardini, die seit ihrer Flucht in Berlin lebt und trainiert.

Mardini war bei ihrem ersten Wettkampf über die 100 Meter Schmetterling im Vorlauf ausgeschieden. Am Mittwoch tritt sie über 100 Meter Freistil an, so die dpa. Ihre Geschichte hatte vor den Spielen für Aufsehen gesorgt: Gemeinsam mit ihrer Schwester hatte Mardini 2015 in der Ägäis ein vom Kentern bedrohtes Flüchtlingsboot schwimmend nach dreieinhalb Stunden sicher an Land gebracht.

Zur Bedeutung des olympischen Flüchtlingsteams schreibt die linksliberale polnische Zeitung „Gazeta Wyborcza“ am Dienstag:

„Außer dem eigenen Team gibt es in Rio noch eine Mannschaft, die man anfeuern sollte – die Flüchtlingsmannschaft. Ein außergewöhnliches Zeichen unserer Zeit und ein Zeichen der Hoffnung für Tausende Flüchtlinge, die täglich für ihre Würde kämpfen. Das war eine wirklich historische Entscheidung des Olympischen Komitees, die von wahrer Sensibilität zeugt. Sie zeigt, dass die Flüchtlinge nicht allein sind, sie haben keine Häuser, keinen Staat, keine eigene Flagge, keine eigene Hymne. Aber sie haben die Solidarität der anderen und ihre Unterstützung. Dies wird der Welt zeigen, dass Flüchtlinge keine namenlose Masse sind, sondern Menschen, die Namen und ihre eigene Identität haben, ihre Geschichte und ihre Würde. Dank des olympischen Flüchtlingsteams wird das Thema der Migrationskrise nicht verschwinden.“

 

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.