Haftbefehl gegen türkischen Ex-Fußballstar Sükür erlassen

Die Türkei hat die Festnahme des früheren Nationalspielers Hakan Sükür angeordnet. Dem im Ausland lebenden Sükür wird vorgeworfen, Gülen-Anhänger und damit „Mitglied in einer bewaffneten terroristischen Vereinigung“ zu sein. Nach dem einstigen Spitzensportler wird per Haftbefehl gesucht.

Die türkische Justiz hat im Zusammenhang mit dem  Putschversuch Haftbefehl gegen Fußball-Legende Hakan Sükür erlassen. Dem  44-Jährigen Ex-Profi, der in den USA leben soll, werde „Mitgliedschaft in  einer bewaffneten terroristischen Vereinigung“ vorgeworfen, berichtete die  amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Damit bezog sich die  Staatsanwaltschaft auf die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen, den Ankara  für den Umsturzversuch verantwortlich macht. Sükürs Vater wurde bereits
verhaftet.

Der türkische WM-Rekordschütze soll die Türkei mit seiner Familie im vergangenen Jahr verlassen haben und in Kalifornien leben, so die AFP. Türkischen Medien zufolge will Ankara nun bei der internationalen Polizeibehörde Interpol eine sogenannten Rote Notiz zur Festnahme und Auslieferung Sükürs beantragen.

Gegen Sükürs Vater Selmet Sükür erhob die Staatsanwaltschaft gleichlautende Vorwürfe, er wurde noch am Freitag vor einer Moschee in Adapazari im Nordwesten der Türkei verhaftet. Laut der Nachrichtenagentur Dogan ordnete zudem ein Gericht an, den Besitz der Familie zu beschlagnahmen, darunter mehrere Häuser in Istanbul und an der Ägäis-Küste.

Aus seiner Sympathie für Gülen, der jegliche Verwicklung in den gescheiterten Armeeputsch zurückweist, hat Sükür nie einen Hehl gemacht. Im Juni war ihm in Abwesenheit wegen Beleidigung Erdogans der Prozess gemacht worden.

Während seiner Fußballkarriere beim Istanbuler Spitzenclub Galatasaray und in der türkischen Nationalmannschaft war Sükür einer der beliebtesten Sportler der Türkei. Nach dem Ende seiner Laufbahn ging der der Ex-Stürmer, der auch bei Inter Mailand, dem FC Parma und den Blackburn Rovers unter Vertrag stand, 2007 in die Politik. Er wurde zunächst Parlamentsabgeordneter von Erdogans AKP, überwarf sich dann aber mit dem heutigen Präsidenten. 2013 trat er aus der AKP aus.

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