Kroatien vs. Türkei: Die Einzelkritik

Glücklich, aber nicht unverdient! Die Türkei konnte mit dem 1:1-Auftakt in Kroatien ein erstes Ausrufezeichen in der WM-Quali setzen. GazeteFutbol analysiert die Leistungen der Türken und stellt fest: Mehmet Topal war in Zagreb das Maß aller Dinge.

Volkan Babacan: Ein sicherer Rückhalt seiner Mannschaft. Die Kroaten scheiterten einige Male am Aluminium, aber auch Babacan hatte seinen Anteil am wichtigen Punktgewinn in Zagreb. Bei Ecken und Standards souverän, vereitelte er sämtliche Großchancen der Hausherren. Note: 1

Sener Özbayrakli: Läuferisch und kämpferisch verdiente er sich Bestnoten. Offenbarte technische Mängel, die er jedoch mit viel Einsatz- und Laufbereitschaft ausgleichen konnte. Hatte seine rechte Seite gut im Griff und schaltete sich mit zunehmender Spieldauer in die Offensive ein. Seine Hereingaben müssen aber noch präziser werden. Note: 2

Serdar Aziz: Durfte nach langer Zeit wieder spielen und zeigte eine solide Vorstellung. Fühlte sich an der Seite von Kapitän Topal gut aufgehoben, auch wenn er in manchen Situationen etwas schläfrig wirkte. Stabilisierte sich in der zweiten Hälfte. Note: 3

Mehmet Topal: Das wahrscheinlich beste Länderspiel des Kapitäns seit ganz langer Zeit. Ging keinem Zweikampf aus dem Weg, ordnete und trieb die Mannschaft an und glänzte mit hervorragendem Stellungsspiel in der Abwehr. Fing unzählige Angriffe der Kroaten ab. Besser geht es nicht! Note: 1

Ismail Köybasi: Ganz schwache Leistung des Fenerbahce-Abwehrspielers. Gedanklich nie auf der Höhe, mutlos, zweikampfschwach. Hatte zu Beginn seine linke Seite im Griff. Anschließend erkannten die Kroaten die Schwachstelle und demontierten Köybasi nach allen Regeln der Kunst. Fairerweise muss man ihm zu Gute halten, dass er von seinen Mitspielern kaum Unterstützung bekam. In der Offensive nicht präsent, da er aus jedem Angriff das Tempo herausnahm und auf Sicherheitspässe setzte. Note: 5,5

Kaan Ayhan: Die Überraschungsnominierung von Terim. Vor allem zu Beginn sah man ihm die nicht vorhandene Spielpraxis an, da er oftmals nicht wusste, was mit dem Ball zu tun war. Schaute im ersten Durchgang nur zu, wie Rakitic und Modric die Bälle munter verteilten. Nach der Pause dann besser im Spiel. Holte sich Selbstvertrauen durch gewonnene Zweikämpfe. Note: 4,5

Okay Yokuslu: Auch mit seinem Einsatz hatten die wenigsten gerechnet. Spielte nach anfänglichen Schwierigkeiten eine ganz solide Partie. Lief und ackerte viel, fungierte zudem als Schnittstelle zwischen Defensive und Offensive. Muss technisch noch zulegen und lernen, gedankenschneller zu agieren. Note: 3,5

Ozan Tufan: War mit seinen 21 Jahren der erfahrenste Mann in der Zentrale, jedoch oftmals ein Unsicherheitsfaktor. Agierte zwar ballsicher und abgeklärt, hatte dann aber wiederum viele sinnlose Ballverluste zu verantworten, auch in der eigenen Hälfte. Auch er tat zu wenig, um Modric und Rakitic zu stoppen. Ist aber aus der Terim-Elf nicht mehr wegzudenken, trotz mäßiger Leistung gestern. Note: 4

Hakan Calhanoglu: Seinen Treffer zum 1:1 ausgeklammert, spielte Calhanoglu eine miserable erste Halbzeit. Konnte überhaupt keine Bälle halten, geschweige denn Akzente nach vorne setzen. In der zweiten Hälfte wurde es dann besser. Leitete einige wenige Angriffe mit ein und konnte sich zumindest wieder am Ball behaupten. Mehr aber auch nicht. Note: 4

Emre Mor: Hatte zu Beginn des Spiels die erste gute Szene für die Türken. Man sieht in jedem seiner Aktionen sein unglaubliches Talent an. Gleichzeitig aber auch seinen Eigensinn und das noch fehlende Spielverständnis. Gegen Kroatien stachen die negativen Eigenschaften heraus. Mit etwas mehr Übersicht wäre für ihn und seine Mannschaft vorne mehr drin gewesen. Note: 4,5

Cenk Tosun: Lief für einen Stürmer unglaublich viel und versuchte die ballführenden Kroaten früh zu stören. Das Problem: Seine Mitspieler machten nicht mit, so dass auch Tosun früh damit aufgab. Blieb mangels Zuspiele wirkungslos und konnte sich lediglich einmal in Szene setzen, als er mit einem Flachschuss am Kroaten-Keeper scheiterte. Note: 3,5

Ahmet Calik: Wurde in der 54. Minute für den angeschlagenen Ayhan eingewechselt. Lieferte eine unauffällige Partie ab, was wiederum für ihn spricht. Agierte oftmals als fünfter Mann in der Abwehrkette und lieferte seinen Beitrag zum Punktgewinn. Note: 3

Olcay Sahan: Kam erst zur 71. Minute für Tosun. Verstärkte das Mittelfeld, konnte sich aber nicht mehr entscheidend in Szene setzen. Keine Bewertung möglich. Note: –

Volkan Sen: Sechs Minuten durfte er noch ran. Zu kurz, um eine Bewertung abzugeben. Note: –

Dieser Beitrag erschien zuerst GazeteFutbol.de.

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