Eigene Fans sponsern Gaziantepspor

Bei Gaziantepspor passiert etwas Einmaliges im türkischen Fußball. Da der Klub keinen neuen Sponsor gefunden hat, laufen die Spieler in dieser Saison im Namen der Fans auf. Das könnte sich nicht nur für die Anhänger, sondern auch für den Klub lohnen.

Am vergangenen Sonntag testete Gaziantepspor in der Vodafone-Arena gegen Meister Beşiktaş. Die Partie endete mit einer 3:0-Niederlage (GazeteFutbol berichtete). Doch interessant war auch, dass die „Falken“ immer noch keinen Trikotsponsor haben. Wie in den vergangenen Jahren tut sich der Traditionsklub schwer damit, Unternehmen für sich zu begeistern. Zuletzt lief man in der Hinrunde der Saison 2014/15 völlig ohne Trikotsponsor auf, in der zweiten Hälfte konnte man damals immerhin „Turkish Oil“ als Partner gewinnen.

Novum im türkischen Fußball

Doch in dieser Saison will man nicht so lange warten. Der „Gaziantepspor Taraftarlar Derneği“ hat sich deshalb dazu entschlossen, künftig als Sponsor des Vereins aufzutreten. Die Mannschaft wird mit dem Schriftzug „Taraftar“ auf der Brust auflaufen, wie İrfan Karakuzulu, der Präsident der Fangruppe, auf einer Pressekonferenz im Kamil Ocak-Stadion erklärte. Der Vorstand von Gaziantepspor habe dem Plan nach einigem Zögern zugestimmt. Es ist das erste Mal, dass so etwas in der Türkei passiert. Für die Fans des Klubs ist das großartig. Immer mal wieder gibt es im Fußball Klubs, die keinen Sponsor finden und deshalb ganz ohne auflaufen. Diese Trikots sind dann bei den Traditionalisten unter den Anhängern, die zu viel Kommerz im Sport beklagen, sehr begehrt und erreichen häufig nie gekannte Absatzzahlen.

Erlös geht an Klub

Darauf setzt nun auch Gaziantepspor. Laut Karakuzulu habe man sich das Ziel gesetzt, ganze 40.000 Trikots in den kommenden Monaten zu verkaufen. Das wäre für Antep eine gute Zahl. Der Erlös soll komplett an den Verein weitergeleitet werden. Zum Verkaufspreis gab es zwar noch keine Angaben, aber wenn man von 70 Lira ausgeht, würde man so rund 2,8 Millionen Lira für den Verein heranschaffen. Geld, das der chronisch klamme Klub gut gebrauchen kann. Erst jüngst konnte Gaziantepspor einen Nahwuchstorhüter aus Deutschland nicht verpflichten, weil man die geforderte Ablösesumme in Höhe von 50.000 € nicht sofort aufbringen konnte, wie GazeteFutbol jüngst aus Insider-Kreisen verriet.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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