Hacker: US-Sportler hatten Ausnahme-Genehmigung für Doping

Eine Hacker-Website hat Dokumente veröffentlicht, wonach US-Sportler verbotene Substanzen genommen haben sollen, von der Welt-Dopingagentur jedoch nicht bestraft wurden, weil sie eine Ausnahmegenehmigung von der Agentur erhalten hätten. Doping-Forscher sind über den systemischen Mangel alarmiert.

Eine Hacker-Gruppe hat die Datenbank der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) angegriffen. Das bestätigte die WADA am Dienstag. Dabei wurden offenbar die Accounts von mehreren amerikanischen Topathleten durchsucht. Die WADA bestätigte den Hacker-Angriff, nannte aber nicht die Namen der betroffenen Sportler.

Die Hacker-Gruppe, die sich „Fancy Bears“ nennt, stellte dabei mehrere medizinische Ausnahmegenehmigungen für Mittel der Athleten ins Internet. Das Internationale Olympische Komitee verurteilte das Vorgehen der Gruppierung, mit solchen Methoden werde der Ruf von sauberen Athleten befleckt. „Das IOC kann bestätigen, dass die Athleten bei den Olympischen Spielen kein Dopingvergehen begangen haben.“

Der Doping-Experte Perikles Simon kritisiert die Praxis der Ausnahmegenehmigungen im Tagesspiegel. Den Athleten könne kein Vorwurf gemacht werden. Doch durch die Genehmigung würden Athleten förmlich zum Doping verführt. Simon: „Der Fisch stinkt hier vom Kopf, und zwar gewaltig.“

Zuletzt war das IOC massiv gegen russische Athleten vorgegangen, die ebenfalls gedopt an den Wettkämpfen teilgenommen hatten.

Sportler dürfen mitunter Medikamente einnehmen, die auf der Dopingliste stehen, müssen dafür aber eine medizinische Ausnahmegenehmigung vorweisen. Diese Genehmigung soll laut New York Times unter anderem an die Tennisspielerinnen Serena und Venus Williams, die Basketballerin Elena Delle Donne sowie an die Turnerin Simone Biles betroffen sein. Biles soll Schmerzmittel verwendet haben, die auch aus dem Radsport bekannt sind. Die Hacker haben auf ihrer Website Dokumente präsentiert, wonach die Williams-Schwestern mehrere verbotene Substanzen genommen haben sollen.

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