Podolski: Leistungsträger oder Maskottchen?

Lukas Podolski bei Galatasaray - ein verletzter Leistungsträger oder nur noch Klub-Maskottchen? Am Wochenende war der Kölner in seiner Heimatstadt, um bei den "Kölsche Wiesn" zu zapfen. Sollte er das dürfen? Unsere Redakteure Ümit Yücel und Hüseyin Yilmaz haben dazu verschiedene Meinungen! Der (erste) GazeteFutbol-Clash.

Noch in der letzten Saison bestritt Lukas Podolski 43 Pflichtspiele für Rekordmeister Galatasaray, erzielte 17 Pflichtspieltreffer, bereitete zehn weitere Tore vor, wurde türkischer Super Cup- und Pokalsieger, dazu EM-Teilnehmer mit Deutschland. Und in dieser noch jungen Spielzeit? Nur ein 43-Minuten-Einsatz im diesjährigen Super Cup-Finale gegen Meister Besiktas…

Podolski schwingt den Fass-Anstich-Hammer!

Podolski ist verletzt, fällt wegen Problemen am Außenband noch Wochen aus. Kein Grund aber, in seiner Heimatstadt Köln den Hammer zum Fass-Anstich bei den „Kölsche Wiesn“ zu schwingen! Darf er das, obwohl er verletzt ist und in Istanbul an seiner Rückkehr arbeiten müsste? Unsere Redakteure Ümit Yücel und Hüseyin Yilmaz haben dazu jeweils andere, klare Meinungen!

Von ÜMIT YÜCEL

PRO: „Er darf Kraft und Moral tanken, um wieder fit zu werden!“

„Man kann über Podolski vieles sagen, dass er beispielsweise „nur“ ein Spaßvogel ist und in die Rolle eines Gute-Laune-Onkels innerhalb der Mannschaft schlüpft. Jedoch hat man eine Tatsache letzte Saison deutlich gemerkt: Er ist ein Musterbeispiel eines Profis. Zu Saisonbeginn hatte Podolski beim Fitness-Test viel bessere Werte vorzuweisen als seine Mitspieler, die zwei Wochen oder noch länger in der Vorbereitung waren. Seinen Trainingseifer und seine Disziplin haben schon mehrere Trainer gelobt, darunter auch sein Ex-Trainer beim FC Arsenal, Arsene Wenger. Podolski ist nun mal in einem fortgeschrittenen Alter und will, ja muss sogar wieder zu 100 Prozent fit werden, um seiner Mannschaft im Kampf um die Meisterschaft wirklich helfen zu können. Da reichen bei ihm selbst 90 Prozent nicht mehr. Dazu gehören auch Trips in die Heimat, wo er Kraft und Moral auftanken kann. Solange er nicht über die Stränge schlägt und negative Schlagzeilen produziert, halte ich seinen Besuch beim Kölner Oktoberfest für völlig in Ordnung!“

Von HÜSEYIN YILMAZ

CONTRA: „Er twittert und snapt nur noch, wird so zum Maskottchen!“

„Seit seinem Wechsel zu Galatasaray fliegt Podolski bei jeder noch so kleinen Verletzung nach Köln. Gibt es in Istanbul etwa keine kompetenten Ärzte mehr? Keine Reha-Trainer? Wie kann der Vorstand um Präsident Dursun Özbek so etwas zulassen? Und das zu einem Zeitpunkt, an dem man mit übertriebenen und maßlosen Strafen an Wesley Sneijder und Co. Autorität ausstrahlen möchte… Podolski hätte die ersten Laufeinheiten nach seinen Außenbandproblemen längst aufnehmen müssen. Stattdessen zapft er beim Oktoberfest. Das ist ein Indiz dafür, dass sich meine Vermutungen bewahrheiten. Den Fans in der Türkei, die nicht über den Tellerrand schauen, kann er aber mit Tweets gegen Rivalen und Snaps weiterhin ablenken und amüsieren. Für Galatasaray ist er seit Monaten nur noch über Social Media aktiv. Podolski muss sich entscheiden: Will er am Bosporus gefeiert werden oder weiterhin als Maskottchen herumlaufen? Er kann sich bei den türkischen Fans sehr schnell unbeliebt machen. Die Konsequenzen muss er dann tragen.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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