Trabzonspors miserable Bilanz

15 Niederlagen in 25 Spielen. Dazu der schlechteste Saisonstart seit der Aufstiegssaison 1974/75 vor 42 Jahren. Die Bilanz von Präsident Muharrem Usta seit dessen Amtsantritt ist desolat. Das Projekt "Neubeginn" bröckelt.

Das 0:3-Debakel bei Aufsteiger Alanyaspor am vergangenen Wochenende hat Trabzonspor den Saisonstart vollends vermiest. Drei Punkte aus den ersten vier Saisonspielen bedeuten den schlechtesten Beginn der Bordeaux-Blauen in den Ligabetrieb seit der Aufstiegssaison 1974/75 vor 42 Jahren. Die Verantwortlichen um Muharrem Usta und Ersun Yanal üben sich seit Wochen in Durchhalteparolen, positive Ansätze sind seitdem jedoch nicht wirklich zu erkennen.

Ära Usta: 25 Spiele, 15 Niederlagen!

Ein Blick auf die bisherige Amtszeit von Präsident Usta verdeutlicht die desolate Bilanz Trabzonspors. Seit dem Amtsantritt des neuen Vorstands am 14. Spieltag der vergangenen Saison wurden gerade mal acht der 25 Spiele gewonnen (Siegquote 32 Prozent). Die übrigen zwei Remis und 15 Niederlagen sind üblicherweise die Bilanz eines akut abstiegsgefährdeten Erstligisten. Während man in der Saison 2015/16 vor dem Amtsantritt Ustas sechs Niederlagen nach 13 Spielen einstecken musste, schloss man die Spielzeit mit insgesamt 18 Niederlagen ab – negativer Klubrekord beim Schwarzmeerklub. Zu erwähnen ist auch, dass man unter Usta im Achtelfinale des Ziraat Türkiye Kupasi die Segel streichen musste (0:1 gegen Akhisar).

Mit Sadi Tekelioglu, Hami Mandirali, Taner Yildiz und Ersun Yanal haben unter der Ära Usta in insgesamt 25 Wochen vier Übungsleiter das Team betreut, was wiederum die sportliche Bilanz sowie die fehlende Zielstrebigkeit im Verein ein Stück weit offenlegt. Damit verbunden sind auch die Partien mit den Istanbuler Großklubs, gegen die man auch in der vergangenen Saison zumeist ohne Chance blieb, gegen Erzfeind Fenerbahce sogar bis auf die Knochen blamiert wurde. Getoppt wird das Ganze mit dem Skandalspiel in der Türk Telekom-Arena gegen Galatasaray, als man mit vier Roten Karten europaweit für Negativschlagzeilen sorgte, stattdessen vereinsintern die Aktion von Salih Dursun gegen Referee Deniz Ates Bitnel feierte. Nennenswert sind schließlich noch die 0:7- (höchste Niederlage der Klubhistorie) und 0:6-Niederlage (höchste Heimniederlage der Klubhistorie) gegen Antalyaspor und Kasimpasa – ebenfalls zustande gekommen in der Usta-Ära.

Trabzonspor und Neubeginn: Scheitert das nächste Projekt?

Für etwas mehr als elf Millionen Euro hat Trabzonspor die Mannschaft zur neuen Saison inzwischen runderneuert. Und mit Ersun Yanal einen Trainer installiert, der der Mannschaft neues Leben einhauchen soll. Doch die Realität nach vier Spieltagen sieht anders aus. Eine Handschrift ist noch nicht zu erkennen, auch blieben die meisten Neuzugänge den Beweis schuldig, eine Verstärkung für das Team zu sein. Daran am wenigsten Schuld hat mit Sicherheit der Trabzonspor-Vorstand, der seit Tag eins darum bemüht ist, die optimalen Rahmenbedingungen an der Schwarzmeerküste zu schaffen. Fakt ist aber auch, dass die sportliche Bilanz unter Muharrem Usta schlechter kaum mehr geht. Schon in den kommenden zwei Jahren den Titelgewinn als Ziel vorzugeben, erschwert die Mission der Vereinsoberen zusätzlich. Die ohnehin ungeduldige Trabzonspor-Anhängerschaft dürfte ein weiteres Jahr ohne sportlichen Erfolg nicht mehr mitmachen. Eine neue Mannschaft mit acht Neuzugängen im Kader? Damit sind andere türkische Erstligisten bislang deutlich besser zurechtgekommen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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