12.800 türkische Polizisten vom Dienst suspendiert

Zweieinhalb Monate sind seit dem gescheiterten Militärputsch vergangen. 12.800 Polizisten wurden in diesem Zusammenhang vom Dienst suspendiert.

Seit Verhängung des Ausnahmezustands wurden Zehntausende Menschen festgenommen. Darunter zahlreiche Polizisten, die nun auch vom Dienst suspendiert wurden. (Foto: Flickr/antoskabar/CC by nc nd 2.0)

Seit Verhängung des Ausnahmezustands wurden Zehntausende Menschen festgenommen. Darunter zahlreiche Polizisten, die nun auch vom Dienst suspendiert wurden. (Foto: Flickr/antoskabar/CC by nc nd 2.0)

Wie die Polizeiführung am Dienstag mitteilte, werden ihnen Verbindungen zu dem Prediger Fethullah Gülen vorgeworfen, der für den Umsturzversuch verantwortlich gemacht wird. Unter den Suspendierten seien gut 2500 Führungskräfte. Insgesamt gibt es in der Polizei ungefähr 250.000 Polizisten.

Seit dem Putschversuch Mitte Juli waren zuvor bereits rund 100.000 Staatsbedienstete in Militär, Verwaltung, Polizei und Justiz entlassen oder suspendiert worden. Etwa 32.000 Menschen wurden inhaftiert. Am Montag hatte die Regierung in Ankara beschlossen, den Ausnahmezustand um weitere 90 Tage zu verlängern.

Zuvor hatte der Sicherheitsrat eine Verlängerung empfohlen. Der von Erdogan verhängte Ausnahmezustand nach dem Putschversuch Mitte Juli war am 21. Juli für 90 Tage in Kraft getreten und endete bislang am 18. Oktober. Unter ihm kann der Staatspräsident per Notstandsdekret regieren. Mit der Verlängerung, die durch die Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft tritt, endet der Ausnahmezustand mit Ablauf des 15. Januars.

Das Parlament muss dem Kabinettsbeschluss noch zustimmen. Dabei handelt es sich lediglich um eine Formsache, da Erdogans islamisch-konservative AKP die ausreichende Mehrheit im Parlament besitzt. Die ultranationalistische Oppositionspartei MHP hatte zudem Unterstützung für die Maßnahme zugesichert.

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