Tarik Camdal: Meldet sich der Transferflop zurück?

39 Spiele 0 Tore und 0 Torvorlagen – So lautet die Statistik von Tarik Camdal bei Galatasaray nach zwei Spielzeiten. Ein Kapitel, das man sich vermutlich zu Beginn anders vorgestellt hat. Nichtsdestotrotz hat der Außenverteidiger noch nicht aufgegeben.

Viele Galatasaray-Fans sehen in ihm den größten Transferfehler der letzten Jahre. Ganze 4.750.000 Euro kostete Tarik Camdal den „Löwen“ in der Sommerpause 2014 – für türkische Verhältnisse ein durchaus astronomischer Wert. Ab dem Zeitpunkt arbeitete der gebürtige Münchener am Bosporus mit vier Trainern zusammen (Cesare Prandelli, Hamza Hamzaoglu, Mustafa Denizli und Jan Olde Riekerink). Bei keinem der Lehrmeister hatte Camdal den Hauch einer Chance. Vor allem in der letzten Saison konnte sich der 25-Jährige glücklich schätzen, wenn er mal auf der Bank sitzen durfte – er verkam zum Dauerreservisten. Nach seinem Amtsantritt in dieser Saison zog Riekerink schließlich die Reißleine und musterte den Außenverteidiger aus. Der ehemalige Nationalspieler wechselte daraufhin auf Leihbasis zurück zu Eskhisehirspor in die zweite Liga. Nachdem Camdal für kurze Zeit der Karriereaufstieg zu einem der größten Vereine der Türkei gelungen ist, befindet er sich nach zwei Spielzeiten wieder auf dem Boden der Tatsachen und ist erneut beim Nullpunkt angekommen – wie damals zu Beginn seiner Laufbahn bei Eskisehirspor. Mit 25 Jahren hat der Defensivmann aber auf keinen Fall vor, das Kapitel Galatasaray und Nationalmannschaft abzuhaken.

Eine Bindung der besonderen Art zu Eskisehirspor

Seinen Tief-Fall von der Champions League in die zweite Liga der Türkei bedauert der Deutschtürke nicht. „Schließlich ist Eskisehirspor trotz des Abstiegs ein großer Verein“, sagt er mit voller Überzeugung. „Der Klub hat mir einen entscheidenden Ruck für meine Karriere gegeben und mich zu dem gemacht, der ich heute bin.“ Mit Cheftrainer Alpay Özalan haben die Rot-Schwarzen in dieser Saison einen Coach mit internationaler Erfahrung an Land gezogen, der als Spieler unter anderem in der Premier League und Bundesliga aktiv war. „Tarik passt in mein System. Er hatte bei Galatasaray keine einfache Phase. Nun ist es an der Zeit, ihn wieder auf Vordermann zu bringen“, so Özalan. Dass der 43-Jährige auf seinen Schützling zählt, hat er bereits unter Beweis gestellt. In den letzten vier Ligaspielen hat Camdal keine Minute verpasst und sich bereits als fester Bestandteil in das Mannschaftsgefüge etabliert.

Tarik Camdal: „Ich werde zurückkommen!“

Seinem alten Arbeitgeber macht der 1.76-Mann keinen Vorwurf: „Es war einfach ein unglücklicher Aufenthalt für mich bei Galatasaray. An meine Leistungen bei Eskisehirspor konnte ich nie anknüpfen. Jetzt bin ich wieder an dem Ort, wo mein Abenteuer begann. Ich werde hart arbeiten und hoffentlich nach dem Aufstieg in die erste Liga mit Eskisehir zu Galatasaray zurückkehren!“ Ob er den Durchbrauch erneut schafft?

Was denken die GazeteFutbol-Leser auf Facebook: Schafft Camdal die Wende?

Danyel Ridvanogullari: Nein. Er hat zwar wenig gespielt, doch wenn er gespielt hat, war das Müll.

Kaan Ajo: „Viele Fans hatten seine Verpflichtung gefordert, zum einen wegen den guten Leistunge, die er zuvor bei seinem vorherigen Verein gezeigt hat, zum anderen um Sabri zu ersetzen. Damals unter Prandelli konnte er die Ablöse von circa 5 Millionen nicht rechtfertigen. Das Problem bei Tarik ist eher die Defensive als die Offensive. Im Angriff bewegt er sich intelligent, schlägt gute Flanken und auch der ein oder andere tödliche Pass bleibt mir in Erinnerung. Die Kondition reicht auch gerade mal für eine Halbzeit, aber das ist bei vielen türkischen Fußballspielern so. Denke man sollte ihn weiter ausleihen und im Auge behalten, ob er sich selber steigert.“

Ozan Büyüksimsek: „Er ist kein Spieler auf Süper Lig-Niveau, so hart das auch klingt. Er hatte einfach Glück, dass der damalige Trainer von Eskisehirspor 1-2 Jahre lang auf ihn gesetzt hat und das wiederum auch nur, weil die Türkei keine vernünftigen Außenverteidiger ausbildet (er kommt ja aus Deutschland).“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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