OIC stuft Gülen-Netzwerk als Terrororganisation ein

Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) hat die Bewegung um den Prediger Fethullah Gülen als terroristische Organisation eingestuft. Alle 57 Mitgliedsstaaten sollen deshalb gegen diese vorgehen.

Die englischsprachige Ausgabe der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“ berichtet, dass das Netzwerk um den umstrittenen Prediger Fethullah Gülen durch die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) als Terrororganisation eingestuft wird. Der Rat der Außenminister der OIC, die in ihrer letzten Sitzung vom 18. bis 19. Oktober in der usbekischen Hauptstadt Taschkent tagte, habe sich laut „Hürriyet Daily News“ darauf verständigt, das Netzwerk um Fethullah Gülen als „terroristische Organisation“ einzustufen. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu bestätigte dies auf seiner persönlichen Seite des Kurznachrichtendienstes Twitter.

Die Resolution 47/43-POL stufe die „Fethullah Gülen Terrororganisation“ (FETO) als eine bewaffnete Gruppierung ein, die mit Hilfe von zivilen Unterstützern hinter dem Putschversuch vom 15. Juli stehe, der sich gegen die türkische Verfassung, den Staatspräsidenten, die Regierung und die Bevölkerung gerichtet habe.

Diplomatischer Druck aus allen Seiten

Nach Meldungen des türkischen Außenministerium und der Nachrichtenagentur „Anadolu“ habe der Rat der Außenminister der OIC ihre tiefe Trauer über die Opfer des Putschversuchs, die durch die Waffen der FETO getötet und verletzt wurden, zum Ausdruck gebracht und ihre Solidarität mit der türkischen Regierung sowie dem türkischen Volk bekräftigt. Zudem hätten sich die Außenminister der islamischen Staaten erleichtert darüber gezeigt, dass die türkische Bevölkerung, unter Einsatz ihres Lebens, die demokratischen Institutionen des Landes verteidigt habe.

In der verabschiedeten Resolution habe die OIC zugesichert, dass sie sich bei der juristischen und strafrechtlichen Aufarbeitung der kriminellen Taten der FETO auf der Seite des türkischen Staates und der türkischen Bürger befinde.

Die 1969 gegründete OIC, der 57 islamische Staaten angehören, habe alle Mitgliedsländer aufgerufen, Vorkehrungen gegen Vereine, Verbände und Organisationen zu treffen, die unter dem Einfluss von FETO stünden. In diesem Zusammenhang seien die Mitglieder angewiesen worden mit den türkischen Behörden zu kooperieren.

Die OIC ist nach den Vereinten Nationen (UN) die zweitgrößte zwischenstaatliche internationale Organisation auf der Welt. Der türkische Außenminister, der sich bei der Organisation für den diplomatischen Beistand bedankte und die gemeinsame Erklärung als einen „Meilenstein“ bezeichnete, sagte ferner, dass die OIC die Auseinandersetzung mit FETO in Einklang mit der internationalen und globalen Antiterrorstrategie der UN betrachte. Bereits letzte Woche hatte der Golf-Kooperationsrat (GCC) der arabischen Staaten das Gülen-Netzwerk als eine „terroristische Vereinigung“ eingestuft.

***

Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.