Dutzende türkische Diplomaten beantragen Asyl in Deutschland

35 türkische Diplomaten sollen in Deutschland Asyl beantragt haben. Sie sollen in Verbindung mit dem Umsturzversuch vom 15. Juli stehen.

Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei haben 35 Diplomaten des Landes Deutschland Asyl beantragt. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums verwies am Montag in Berlin auf eine entsprechende Antwort der Regierung auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Özcan Mutlu. Unter den 35 Personen mit Diplomatenpässen, die beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einen Asylantrag gestellt hätten, befänden sich auch Ehegatten und Kinder. Da es keine Statistik dazu gebe, handele es sich bei den 35 Personen nicht zwingend um eine „vollständige und abschließende Zahl“. Dem BAMF zufolge wurden von Januar bis September 3793 Asylanträge von Menschen aus der Türkei gestellt nach 1767 Anträgen im gesamten Jahr 2015.

Die Bundesregierung ist der Ansicht, dass sie gegenüber den Diplomaten „menschenrechtliche Verpflichtungen“ habe, doch es werden „Einzelfallprüfungen“ vorgenommen. Unter den türkischen Diplomaten befindet sich auch der ehemalige türkische Militärattaché an der Berliner Botschaft, Ayhan Dagli, befinden, berichtet die Zeitung Avrupa Postasi. Die Regierung in Ankara hat die Diplomatenpässe der Betroffenen mittlerweile für ungültig erklärt.

Zuvor hatte Präsident Erdogan 400 türkische Nato-Offiziere entlassen. Sie stehen ebenfalls unter Verdacht, am Putschversuch vom 15. Juli mitgewirkt zu haben.

Während des Putschversuchs wurden 241 Zivilisten und Sicherheitskräfte von den Putschisten getötet. Die Putschisten sollen der Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen, der in den USA lebt, angehören. Die Gülen-Bewegung soll eng mit der CIA zusammenarbeiten.

Der ehemalige FBI-Berater Paul L. Willams sagte im März 2014 der Zeitung Akşam, dass die CIA die Aktivitäten der Gülen-Bewegung in Zentralasien unterstützt habe. Williams sagt, Gülen werde vom US-Geheimdienst für dessen Zwecke ausgenutzt. Bemerkenswert ist, dass Williams im Akşam-Interview explizit die CIA -und nicht das FBI – als Kooperationspartner der Bewegung nennt. Offenbar gab es innerhalb der US-Dienste bereits damals unterschiedliche Einschätzungen der Bewegung.

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